Der Vorsitzende der irischen Molkereiorganisation ICMSA sagt, dass es ein „Loch im Herzen“ der europäischen Farm-to-Fork-Strategie gibt. Die Irish Creamery Milk Suppliers’ Association (ICMSA) erklärt, dass eine jüngste EU-Studie des Forschungszentrums JRC einen solchen Mangel aufzeigt.
Die JRC-Untersuchung konzentrierte sich vor allem auf die Verringerung der CO2-Luftverschmutzung und kam zu dem Schluss, dass der Green Deal die Emissionen voraussichtlich um fast 30 % reduzieren wird.
Aber fast die Hälfte dieses Umweltgewinns wird verloren gehen, wenn die Lebensmittelproduktion aus EU-Ländern in andere, weniger umweltfreundliche Länder verlagert wird, was als „Kohlenstofflecke“ bekannt ist.
„Das ist das Loch im Herzen der EU-Strategie. Green Deal und Farm-to-Fork machen nur Sinn, wenn wir die Einfuhr von Lebensmitteln aus Ländern mit niedrigeren Umweltstandards als unseren ablehnen.“ Der irische Molkereichef fügte hinzu, dass die europäischen Landwirte eine feste Zusage der EU brauchen, dass keine billigeren Lebensmittelimporte erlaubt werden.
Die irische Landwirtschaftsorganisation sagte, dass F2F auch zu einem Einkommensrückgang der EU-Bauern führen wird, weil sie weniger produzieren werden, da sie weniger oder keine chemischen Mittel verwenden dürfen.
Das JRC-Forschungszentrum betont, dass die Szenariostudie von vielen Unsicherheiten begleitet ist. Die Agrarökonomin Petra Berkhout (WUR) wies darauf hin, dass ein Rechenmodell immer eine begrenzte Abbildung der Realität ist. Zudem wurde kein anderes Konsumverhalten berücksichtigt sowie die Handelspolitik anderer Handelsblöcke.

