Die europäische, irische und britische Lebensmittelbranche macht sich große Sorgen um die Folgen der Versorgung nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU.
Sie warnen, dass Lieferprobleme für Lebensmittel auftreten können, wenn diese über britisches Hoheitsgebiet transportiert werden. Aufgrund der EU-Regeln gelten diese Waren dann als britisch, selbst wenn sie von einem Unternehmen aus der EU hergestellt wurden. Dies führt zu zusätzlichen Kosten und Papierkram.
Der britische Food and Drink Federation erwartet, dass EU-Unternehmen künftig vom Durchtransport nach Irland Abstand nehmen werden. Viele europäische Unternehmen schicken ihre Produkte derzeit noch an britische Distributionszentren, von wo die Produkte nach Irland weitergeleitet werden.
Ein EU-Beamter sagte, dass sich die Lebensmittelindustrie anpassen müsse. „Man kann nicht erwarten, dass der Brexit keine Folgen hat. Das Vereinigte Königreich wird kein Verteilungspunkt mehr für die Europäische Union sein.“
Der Transport von Waren zwischen Irland und Häfen am französischen Festland wird möglicherweise viel häufiger über direkte Fährverbindungen erfolgen. Die Anzahl der Verbindungen und Abfahrten wird ausgeweitet, und die Iren sind bereits dabei, neue Fährdienste aufzubauen.
Nach Angaben des irischen Premierministers Micheál Martin hat die jüngste Transportstörung in den Fährhäfen von Calais und Dover die Notwendigkeit „alternativer Routen“ für die Landbrücke verdeutlicht. Die Fährgesellschaft Stena Line hat vor Weihnachten die Kapazitäten auf ihrer direkten Frachtroute zwischen Rosslare (Südost-Irland) und dem französischen Hafen Cherbourg verdoppelt.
Obwohl die Fahrzeiten auf direkten Überfahrten über das Meer zum europäischen Kontinent länger sind, hat die Brexit-Besorgnis viele irische Exporteure und Importeure bereits dazu veranlasst, die erhöhte Kapazität auf diesen Routen zu nutzen.

