Sie rufen zur sofortigen Einstellung administrativer Änderungen im Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern auf. Die Koalition von Agrar- und Umweltverbänden beruft sich dabei nicht nur auf nachteilige Folgen für Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, sondern auch auf unlauteren Handel, Umweltschäden und die Störung von Handelsbeziehungen.
Der Dachverband von mehr als 100 Organisationen, darunter Copa-Cogeca, hat bereits zuvor bei der Europäischen Kommission Alarm geschlagen, woraufhin Brüssel erklärte, dass es zusätzliche Vereinbarungen mit den Mercosur-Ländern über die Einhaltung moderner (also europäischer) Umweltstandards treffen möchte. Dies bezieht sich insbesondere auf Brasilien, das das Abholzen des Amazonas-Regenwaldes beenden muss, um dort Mega-Maisplantagen anlegen zu können.
Mehrere EU-Länder denken, dass die Aufnahme eines ergänzenden erklärenden „Anhangs“ zum Abkommen bezüglich der umstrittenen Entwaldung eine Lösung sein könnte, doch die Dutzenden Organisationen bezeichnen so etwas als „Greenwashing“; mit (schein-)umweltbezogenen Argumenten etwas schönzureden.
Würde das Mercosur-Abkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Ländern genehmigt, würde es den bilateralen Handel ausweiten und die Zölle senken. „Wir brauchen eine starke und verlässliche Beziehung zu Mercosur. Zusammenarbeit statt Konkurrenz und Solidarität statt Ausbeutung sollten der Leitfaden sein“, sagt Theresa Kofler, Koordinatorin der Anders Handel-Plattform, einer Allianz von
Christiane Lambert, Vorsitzende von Copa, die die EU-Bauern vertritt, sagt, das Abkommen habe negative Auswirkungen auf viele gefährdete europäische Landwirtschaftssektoren, weil die Verhandlungsmacht der europäischen Bauern zugunsten der großen Marktteilnehmer in den Mercosur-Ländern abnehme.
Die Sektoren Rindfleisch, Geflügel, Zucker, Ethanol, Reis, Orangensaft und Honig werden von Copa als einige der europäischen Branchen benannt, die durch Mercosur am stärksten geschädigt werden könnten. Zudem verwenden Landwirte allein in Brasilien 27 Herbizide und Insektizide, die in Europa verboten sind, was Anlass zur Sorge hinsichtlich zukünftiger Importe und der Lebensmittelsicherheit gibt.

