In allen Ländern der Europäischen Union ist die CO2-Luftverschmutzung im vergangenen Jahr zurückgegangen. Eurostat berechnete, dass die Emissionen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe – wie Öl, Steinkohle und Erdgas – im letzten Jahr um 10 Prozent gesunken sind.
Die EU-Forscher führen dies auf die durch die Coronakrise eingeführten Reisebeschränkungen und die Abkühlung der Wirtschaft zurück.
„In fast allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union konnte ein Rückgang des Verbrauchs von Öl und verwandten Produkten festgestellt werden“, heißt es. „Der Erdgasverbrauch ging in fünfzehn Mitgliedstaaten zurück. Dagegen zeigte der Anteil erneuerbarer Energiequellen – vor allem durch Wind, Wasser und Sonne erzeugt – in der Stromversorgung eine leichte Zunahme.“
Den größten Rückgang verzeichneten Griechenland, Estland und Luxemburg. In diesen Ländern schrumpfte die Emission um 18 Prozent. Deutschland, das für ein Viertel der gesamten Emissionen der Europäischen Union verantwortlich ist, meldete einen Rückgang von fast 9 Prozent.
Trotz dieser vorübergehenden Verringerung der Luftverschmutzung drohen mehrere europäische Länder, ihre internationalen Klimaziele für das Jahr 2020 nicht zu erreichen. Nachdem zuvor die niederländische Regierung (im Urgenda-Prozess) von Richtern dazu verurteilt worden war, sich an die Klimaverträge zu halten, haben nun auch Gerichte in Frankreich und Deutschland entschieden, dass diese Länder mehr tun müssen, um die Emissionen zu bekämpfen.
Außerdem verursacht auch Polen einige Probleme. Polen war das einzige EU-Land, das sich nicht an die Pariser Abkommen binden wollte, um bis zur Mitte dieses Jahrhunderts klimaneutral zu sein.
Die Schweiz erreicht das nationale Klimaziel für 2020 ebenfalls nicht. Die Schweiz liegt beim CO2-Emissionsabbau zurück. Laut der Bundesbehörde wird das nationale Klimaziel für 2020 wahrscheinlich weder im Verkehr noch in Gebäuden, in der Industrie oder in der Landwirtschaft erreicht.

