Laut einem Bericht von drei europäischen Gesundheitsbehörden ist der Einsatz antimikrobieller Medikamente in der Viehzucht in den letzten 10 Jahren um 43,2 % zurückgegangen. Die Arzneimittelagentur EMA, die Lebensmittelbehörde EFSA und der Krankheitspräventionsdienst ECDC stellen fest, dass der Rückgang vor allem in Ländern zu verzeichnen ist, in denen zuvor viele Medikamente verwendet wurden.
Der Rückgang von mehr als vierzig Prozent innerhalb von zehn Jahren ist laut den EU-Behörden ein deutliches Zeichen für viele Jahre der Sensibilisierung und Schulung über den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika bei Tieren. Zudem wird dies als zunehmende Anerkennung gesehen, dass Europas Tiersektor solide Fortschritte erzielt hat.
Die Bemühungen um den verantwortungsvollen Einsatz erstrecken sich nicht nur auf die Mengen, sondern auch auf die Antibiotikaklassen, die verwendet werden. Der Bericht zeichnet zudem anhaltende Rückgänge beim Verkauf veterinärmedizinischer Antibiotika nach, die als medizinisch wichtig gelten: 32,8 % bei Cephalosporinen der 3. und 4. Generation; 76,5 % bei Polymyxinen, 12,8 % bei Fluorchinolonen und 85,4 % bei anderen Chinolonen.
Die drei Behörden begrüßen die neuen EU-Regeln für Tierarzneimittel, die im Januar in Kraft treten. Die neuen Vorschriften verlangen, dass Verkaufsvolumina nach Tierart und antimikrobiellem Produkt gemeldet werden müssen. Dies kann helfen, besser zu verstehen, was noch nötig ist, um die Notwendigkeit des Antibiotikaeinsatzes bei Tieren weiter zu reduzieren, sagte Roxane Feller, Generalsekretärin von AnimalhealthEurope.
Die Veröffentlichung der europäischen Zahlen zum Antibiotikaeinsatz in tierischen Proteinen fiel mit der Veröffentlichung eines neuen UN-Berichts über weiterhin weltweit zunehmende antimikrobielle Resistenzen zusammen. Der FAO-Jahresbericht wurde unter der Leitung der Niederländer Coen H.M. Smits, Leiter der F&E bei Trouw Nutrition in Amersfoort, mit Mitarbeit von Leo den Hartog von der Wageningen University & Research sowie einigen chinesischen und amerikanischen Forschern verfasst.
In diesem UN-Bericht wird unter anderem die niederländische Vereinbarung aller Beteiligten zur Zusammenarbeit bei der Verringerung von Antibiotika erwähnt. „In den ersten fünf Jahren erreichte Niederlande eine Reduktion von 60 % bei Antibiotikaeinsatz in Schweinen und Geflügel. Seit 2015 haben wir weitere 10 % eingespart, sodass wir nun 70 % unter dem Referenzjahr 2009 liegen.
Andere Länder haben einige Jahre später einen ähnlichen Ansatz verfolgt und sind jetzt ebenfalls sehr erfolgreich. China, die USA und viele EU-Länder haben in den letzten Jahren eine signifikante Verringerung des Antibiotikaeinsatzes erreicht, die zwischen 30 % und 60 % liegt“, erklärte Smits in einem Interview mit Global Ag Media.

