Die europäische Wirtschaft hofft auf einen Impuls im Handel mit Kanada sowie auf weitere Handelsabkommen mit anderen Ländern wie Chile und Mexiko. Die Zustimmung zu CETA ist Teil der neu festgelegten internationalen Handelsstrategie der neuen Mitte-Links-Koalition in Deutschland.
Diese neue Handelsstrategie zielt auch darauf ab, die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA zu vertiefen, die derzeit durch enorme Subventionen für Unternehmen, die in den USA produzieren, überschattet werden.
Darüber hinaus sollen Nachhaltigkeitsstandards künftig verbindlich in Handelsabkommen verankert werden. Auf Drängen der Grünen wurden Ergänzungen aufgenommen, um in Handelsverträgen dieselben Klima- und Umweltkriterien anzuwenden, die auch in der EU gelten.
Deutschland hat damit seine Stimme in der Handelspolitik zurückgewonnen, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Die EU hat jedoch noch keine Zustimmung von mehreren Ländern,
CETA kann erst in Kraft treten, wenn alle 27 EU-Mitgliedstaaten grünes Licht gegeben haben. Viele Länder fehlen jedoch noch, darunter Italien und Frankreich. Die Bestimmungen des Abkommens gelten seit September 2017 vorläufig.
Das bedeutet, dass 98 % aller zwischen der EU und Kanada gehandelten Waren nicht länger Zollabgaben unterliegen. Kanada selbst hat die Ratifizierung bereits abgeschlossen. Branchenverbände berichten, dass das Handelsvolumen seit der vorläufigen Anwendung von CETA bereits um etwa ein Fünftel gestiegen ist.

