Mehrere EU-Staaten versuchten Ausnahmen durchzusetzen, um ihre nationalen Wirtschaftsinteressen zu schützen. Griechenland widersetzte sich einem generellen Verbot der (mitwirkenden) Durchleitung von russischem verflüssigtem Erdgas an Nicht-EU-Länder.
Eine große griechische Reederei verfügt über eine umfangreiche Flotte moderner eisbrechender Tankschiffe, die auch die nördlichen russischen Häfen erreichen können, und gilt als wichtiger russischer Transporteur.
Für alte Verträge vor 2022 (Beginn der russischen Besetzung des Ost-Ukraine) wird nun eine Ausnahme gemacht; neue Verträge dürfen nicht mehr abgeschlossen werden. Diese Ausnahme gilt für einen Zeitraum von zwölf Monaten und kann danach verlängert werden.
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Preisobergrenze
Ein wichtiger Bestandteil des neuen Sanktionspakets ist das Einfrieren der Preisobergrenze für russisches Rohöl. Die automatische Überprüfung dieser Obergrenze wird nun um ein Jahr verschoben. Der Ölpreis ist an die Weltmarktpreise gekoppelt. Diese Preise sind in den vergangenen Monaten aufgrund des amerikanischen Krieges gegen Iran stark gestiegen. Dadurch drohte Russland, zusätzliche Einnahmen aus dem Ölexport zu erzielen.
Schattenflotte
Darüber hinaus enthält das Paket neue Maßnahmen gegen den russischen Finanzsektor. Weitere Banken werden auf ein Transaktionsverbot gesetzt. Auch Kryptounternehmen und Handelsplattformen, die mit dem russischen Ölhandel in Verbindung stehen, sehen sich zusätzlichen Einschränkungen gegenüber. Zudem werden erneut Personen, Unternehmen und Schiffe zu den europäischen Sanktionslisten hinzugefügt, darunter auch Fahrzeuge, die Teil der sogenannten russischen Schattenflotte sind.
Abgeschwächt
Nicht alle ursprünglich vorgeschlagenen Maßnahmen haben die Ziellinie erreicht. Während der Verhandlungen fielen verschiedene Bestandteile aus dem Paket heraus. So wird es vorerst kein generelles Visaverbot für russische Soldaten geben, die in der Ukraine gekämpft haben. Die EU-Länder vereinbaren jedoch, eine solche Maßnahme später erneut zu prüfen.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, begrüßte die erzielte Einigung. Ihrer Ansicht nach werden die neuen Sanktionen die wirtschaftliche Basis der russischen Kriegsanstrengungen weiter unter Druck setzen und verhindern, dass Russland von Schwankungen auf dem Energiemarkt profitiert.

