Indien hingegen gibt an, dass die Europäische Union das Land dennoch auf eine überarbeitete Liste erlaubter Länder für den Fischimport gesetzt hat. Dadurch kann Indien diesen Export ab September fortsetzen, wenn die verschärften EU-Verfahren zur Überwachung von Antibiotika in der Lebensmittelindustrie greifen.
Brasilien versucht in letzter Minute, seinen Fleischexport in die Europäische Union zu sichern. Brasilien hat zusätzliche technische Dokumente nach Brüssel geschickt, um nachzuweisen, dass es den verschärften europäischen Regeln für antimikrobielle Mittel in der Tierhaltung entspricht.
Mehr Kontrolle
Die brasilianischen Behörden erklären, Garantien für Überwachung, Rückverfolgbarkeit, Kontrolle und Zertifizierung gegeben zu haben. Die brasilianische Regierung hat ihre Vorschriften kürzlich verschärft und bestimmte antimikrobielle Wachstumsförderer verboten. Damit ist das Problem für den Fleischexport jedoch nicht automatisch gelöst.
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Für Brüssel zählt nicht nur, was gesetzlich verboten ist, sondern auch, ob tatsächlich nachgewiesen werden kann, dass die Produzenten sich daran halten. Dieser Nachweis muss zudem die gesamte Produktionskette umfassen. Brasilien muss garantieren können, dass für Europa bestimmte Tiere nicht mit Mitteln behandelt wurden, die laut EU-Vorschriften nicht erlaubt sind.
Die Angelegenheit kann große Handelsfolgen haben. Brasilien ist für etwa ein Viertel sowohl der europäischen Einfuhren von Hähnchen- als auch von Rindfleisch verantwortlich. Ein Handelsstopp könnte das europäische Angebot verringern und die Preise erhöhen.
Fisch aus Indien erlaubt
Gleichzeitig versucht Indien, Probleme mit den verschärften europäischen Einfuhranforderungen zu vermeiden. Nach Angaben des indischen öffentlich-rechtlichen Senders News on Air hat die Europäische Union Indien inzwischen auf eine überarbeitete Konzeptliste von Ländern gesetzt, die Aquakulturprodukte weiterhin exportieren dürfen. Dadurch kann der indische Export laut diesen Berichten auch nach September fortgesetzt werden.
Die Entwicklungen rund um Brasilien und Indien zeigen somit unterschiedliche Ergebnisse der gleichen verschärften europäischen Vorgehensweise. Indien meldet, dass es für seine Fischprodukte dennoch auf der überarbeiteten Liste steht. Brasilien wartet bezüglich seines Fleischexports noch auf Klarheit und versucht Brüssel davon zu überzeugen, dass seine Kontrollen ausreichende Garantien bieten.

