Hersteller von Pestiziden und Bio-Pestiziden bieten der EU an, die europäische Green Deal mit neuen eigenen Maßnahmen zu unterstützen, sofern die EU-Gesetzgebung den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erlaubt.
Die European Crop Protection Association (ECPA) möchte in den nächsten zehn Jahren mehr als 14 Milliarden Euro in neue Technologien und nachhaltigere Produkte investieren. Allerdings muss die EU-Gesetzgebung die Nutzung dieser Pestizide ermöglichen.
Ebenso will die ECPA das Abfallmanagement beschleunigen und das Ausbildungsniveau der europäischen Landwirte verbessern – nach eigenen Angaben mit Blick auf das Programm „Vom Hof auf den Tisch“ und die EU-Biodiversitätsstrategie. Dieser EU-Green Deal zielt darauf ab, Europa bis 2050 zu einem klimaneutralen Kontinent zu machen.
Um den ökologischen Fußabdruck der Lebensmittelproduktion zu verringern, schlägt die Kommission vor, den Einsatz von Pestiziden bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren und den Einsatz von Kunstdünger um 20 Prozent. Ein Viertel der europäischen Agrarflächen soll für den Biolandbau vorgesehen werden. Derzeit beträgt dieser Anteil etwa 8 Prozent.
Die Pflanzenschutzmittelbranche möchte sich zudem stärker auf die Sammlung leerer Plastikverpackungen konzentrieren und die Sammelquote auf 75 Prozent erhöhen. In EU-Ländern, in denen noch kein Sammelsystem existiert, wollen sie dies bis 2025 einrichten. Auch wollen die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln weiter in die Ausbildung der Landwirte investieren.
Konkret wird die ECPA 10 Milliarden Euro in Innovationen im Bereich Präzisions- und Digitaltechnologien und 4 Milliarden Euro in Innovationen im Bereich biologischer Mittel investieren. Es wird jedoch gewarnt, dass diese Investitionen nur sinnvoll sind, wenn die europäische Gesetzgebung entsprechend angepasst wird. „Alle Investitionen, die die Industrie tätigt, sind nur nützlich, wenn es einen passenden regulatorischen Rahmen gibt, um damit die europäischen Landwirte zu erreichen“, warnt der Branchenverband.
Erst vorige Woche gab Schweiz bekannt, dass in diesem Jahr 33 Pflanzenschutzmittel verboten wurden. Das ist mehr als jemals zuvor in einem vergleichbaren Zeitraum, schrieb die NZZ am Sonntag. Die Verbote sind eine Folge davon, dass die EU vor Jahren viele Pestizide vom Markt genommen hatte. In den vergangenen fünfzehn Jahren wurden in der Schweiz etwa 100 Pflanzenschutzmittel zugelassen und etwa 180 verboten.

