Polen bittet den Ständigen Ausschuß für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel, zwei Gebiete (bei Poznan und Leszno), in denen seit einem Jahr keine neuen ASP-Fälle (Afrikanische Schweinepest) aufgetreten sind, von der „blauen“ Liste der Reisebeschränkungen zu streichen.
Ein früherer Antrag nach drei Monaten ohne ASP wurde von der Europäischen Union abgelehnt. Es besteht die Aussicht, dass die blauen Zonen auch an anderen Orten verschwinden könnten. In Kürze ist ein Jahr seit dem letzten Ausbruch in Podlaskie (die Zone in der Nähe von Łapy und Bielsk Podlaski) vergangen, und im August werden 12 Monate seit dem letzten ASP-Ausbruch in der Nähe von Parczewo und Radzyń Podlaski in der Region Lublin verstrichen sein.
Das Tempo, mit dem Gebiete von der EU aus der Zone „freigegeben“ werden, wird jedoch von der weiteren Entwicklung der Lage bei sowohl Wildschweinen als auch Hausschweinen abhängen.
Die Organisation der polnischen Schweinezüchter hat die Regierung aufgerufen, mehr Subventionen für die Verbesserung der biologischen Sicherheit auf Bauernhöfen im polnischen ländlichen Raum bereitzustellen. Viele polnische Landwirte beklagen, dass sich die Regierung hinter strengen EU-Vorschriften für „saubere“ und „sichere“ Bauernhöfe versteckt, mit Blick auf Gesundheit, Biodiversität und Lebensmittelsicherheit. In diesem Punkt haben die vielen kleinen „Kleinstbauern“ im weiten polnischen ländlichen Raum einen schlechten Ruf.
Außerdem verlangt die Landwirtschaftsbranche eine „Lockerung“ des Subventions- und Bußgeldsystems. Wenn ein polnischer Bauernhof neun von zehn Inspektionskriterien für biologische Sicherheit erfüllt, aber in einem kleinen Punkt nicht besteht, wird die gesamte Subvention sofort gestrichen.
Darüber hinaus erhält ein polnischer Landwirt eine Strafe, wenn auf seinen Grundstücken oder Feldern ein infiziertes verendetes Wildschwein gefunden wird. Weiterhin fordern die polnischen Bauern eine finanzielle Entschädigung für ihre Verluste, die durch das Verbot von Viehtransporten in bereits mehr als einem Drittel ganz Polens verursacht wurden.
Während im Osten von Deutschland der Bau des Wildzauns um die verseuchten Gebiete aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Behörden nur langsam voranschreitet, scheint die Suche nach Wildschweinfällen gut zu funktionieren. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat in den vergangenen Tagen drei neue Fälle bestätigt. Die Epidemie ist in Deutschland inzwischen bei insgesamt 49 Wildschweinen festgestellt worden.

