Er betonte auch, dass „er nicht derjenige sein werde, der der Ukraine in den Rücken fällt.“ „Ich werde die Grenze zur Ukraine nicht blockieren in einer Situation, in der das Schicksal der Ukraine in diesen Monaten bestimmt wird. Das werde ich nicht tun und ich werde nicht zulassen, dass es jemand tut. Aber was den Wettbewerb um ukrainisches Getreide betrifft, so tue ich bereits etwas“, unterstrich er.
Aussagen von Premierminister Tusk folgen auf die anhaltende Blockade von drei Grenzübergängen zur Ukraine durch unzufriedene polnische Bauern. Der Protest äußerte sich unter anderem durch das Verteilen von Mist und Gülle vor den Büros von Parlamentsabgeordneten. Auch hielten landwirtschaftliche Verhandler zwei Tage lang einen Besprechungsraum im Landwirtschaftsministerium in Warschau besetzt.
Das Ende der Besetzung des Landwirtschaftsministeriums wurde am Freitag bekanntgegeben, was den Weg für die Auszahlung von Subventionen an die Bauern frei macht. Diese Subventionen sind für viele Bauern entscheidend, da sie zur Unterstützung ihrer Betriebe beitragen können.
Darüber hinaus kündigte die agrarische Solidaritätsbewegung an, am 10. Mai eine große Demonstration in Warschau abzuhalten. Diese Demonstration richtet sich gegen die „Green Deal“-Politik der Europäischen Union, die nach Ansicht der Bauern der polnischen Landwirtschaft schadet.
Der polnische Premierminister Donald Tusk erkannte an, dass das Problem real ist, und suchte in Brüssel Unterstützung für die Bauern. Tusk erklärte, dass in Europa mehr als 20 Millionen Tonnen überschüssiges Getreide gelagert werden, davon allein neun Millionen Tonnen in Polen. Nach seiner Aussage handelt es sich überwiegend um ukrainisches Getreide, das weiter exportiert werden müsse.
Die Ankündigung Tusks, Polen werde die Ukraine nicht isolieren, aber für eine gute Getreidevereinbarung sorgen, kann als Beruhigung verstanden werden. Eine stabile Handelsbeziehung mit der Ukraine ist für den polnischen Agrarsektor von großer Bedeutung, angesichts der engen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen den beiden Ländern.
Im vergangenen Monat gab Kiew bekannt, dass der Getreideexport über das Schwarze Meer nahezu vollständig wiederhergestellt sei und der Massenguttransport aus Odessa fast wieder das Vorkriegsniveau erreicht habe. Zudem hat die Ukraine den Containertransport über See wieder aufgenommen. Am 3. April lief das erste Containerschiff in den Hafen von Odessa Chornomorsk ein.

