Der EU-CELAC-Gipfel ist das erste Treffen seit mehr als acht Jahren und das dritte in der Geschichte. Vor vier Jahren hat die Europäische Union eine politische Vereinbarung mit den Mercosur-Ländern getroffen. Dieses Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay muss noch von den EU-Ländern ratifiziert werden. Es gibt auch bereits Freihandelsabkommen mit Mexiko und Chile.
Die Demonstranten in Brüssel argumentierten, dass diese Verträge „auf Kosten des Respekts vor den ökologischen Grenzen des Planeten, anständiger Arbeitsbedingungen, Beschäftigung und Tierschutz gehen“, so Entraide & Fraternité, eine französischsprachige römisch-katholische Organisation, die sich für internationale Gerechtigkeit und brüderliches Teilen einsetzt. Außerdem seien diese Handelsabkommen nach ihrer Ansicht die Grundlage vieler Menschenrechtsverletzungen in Südamerika.
Die Präsidentin Ursula von der Leyen der Europäischen Kommission und der brasilianische Präsident Lula da Silva äußerten die Erwartung, dass das Mercosur-Abkommen „noch vor Ende dieses Jahres“ unterzeichnet werden könne.
Mehrere EU-Länder sind der Meinung, dass im Abkommen noch Regelungen gegen illegale Rodungen im brasilianischen Regenwald aufgenommen werden sollten, um die Schaffung weiterer Agrarflächen zu verhindern.
Andere sind der Ansicht, dass auch strengere Umweltkriterien für den Import südamerikanischer Lebensmittel gelten sollten. Solche Ergänzungen könnten in einem „Beiblatt“ im Abkommen verankert werden, jedoch besteht unter den EU-Ländern diesbezüglich noch keine Einigkeit.
Österreich hat sich bereits gegen eine Ratifizierung ausgesprochen. Frankreich zögert; Deutschland ist dafür. Auch europäische Landwirtschaftsverbände äußern Bedenken gegenüber den neuen Handelsregeln, solange die südamerikanischen Exporte nicht den Umweltvorschriften entsprechen müssen, die in der EU für europäische Landwirte gelten. Berichten zufolge arbeitet Brasilien derzeit an einem Art Gegenvorschlag, um die europäischen Einwände auszuräumen.

