Im Handelsabkommen des Vereinigten Königreichs mit der Europäischen Union wurde kein Platz für die Fortführung des britischen Exports von Pflanzkartoffeln eingeräumt. Dies ist ein Rückschlag für die schottischen Kartoffelbauern, die auf eine ungehinderte Fortsetzung ihres zwanzigprozentigen Exports auf das europäische Festland hofften.
Die schottische Premierministerin Nicola Sturgeon ist wütend und bezeichnet das Ergebnis als „katastrophal“. Sie wirft der britischen Regierung vor, die Schotten in der EU zu einem Ramschverkauf gegeben zu haben.
Die Pflanzkartoffel ist ein wertvolles Exportprodukt für Schottland. Der Sektor wird auf mehr als 124 Millionen Euro geschätzt. Das feuchte, kalte Klima eignet sich für den komplexen Anbau. Daher sind die Mittelmeerländer ein wichtiger Absatzmarkt für die schottischen Bauern. Ein Fünftel des Exports ist für Europa bestimmt.
Als Begründung für den Ausschluss der Kultur nennt die Europäische Union, dass die britischen Vorschriften „nicht auf einer Linie mit Europa“ seien. Die EU will vermeiden, dass geringere britische Vorschriften zu unfairem Wettbewerb führen. Niederlande und Belgien sind ebenfalls wichtige Lieferanten von Pflanzkartoffeln.
In der Schlussteil des Brexit-Handelsvertrags war die Fischerei der entscheidende Einsatz. Dies wird der niederländischen und europäischen Fischerei einen erheblichen Schlag versetzen. Innerhalb von fünfeinhalb Jahren wird das Ausmaß der Fischerei in britischen Gewässern auf durchschnittlich 75 % reduziert werden.
Der niederländische Europaabgeordnete Peter van Dalen (ChristenUnie) ist stellvertretender Vorsitzender des Fischereiausschusses des Europäischen Parlaments: „Durch die jetzt getroffene Vereinbarung müssen bereits in wenigen Jahren neue Verhandlungen über die Fischerei nach der Übergangszeit von über fünf Jahren begonnen werden. Das ist außergewöhnlich schnell. Für eine solide Betriebsführung mit den dazugehörigen Investitionen muss ein Fischereibetrieb doch mindestens zehn Jahre vorausplanen können.“

