Die wallonische liberale Ministerin Sophie Wilmes wird die neue Premierministerin von Belgien und damit die erste weibliche Regierungschefin dieses Landes. Wilmes folgt als Leiterin der Minderheitsregierung ihrem Parteikollegen Charles Michel nach. Dieser wird am 1. Dezember der neue Vorsitzende des Europäischen Rates, als Nachfolger des Polen Donald Tusk.
Die frankophone Wilmès (44) ist bisher Ministerin für Haushalt und Beamtenangelegenheiten. Zuvor war sie von 2000 bis 2005 Lokalpolitikerin in der Stadt Ukkel und von 2007 bis 2014 in einer anderen Stadt aktiv. Bei den belgischen Nationalwahlen im Mai 2014 stand sie als erste Nachrückerin im Wahlkreis Brüssel auf der Liste. Im Oktober 2014 zog sie als Nachfolgerin des Parlamentsmitglieds Didier Reynders in das Parlament ein, der damals Minister in der Regierung Michel I wurde.
2015 wurde Wilmes Ministerin. Bei den Föderalwahlen 2019 wurde Wilmès erneut in das Parlament gewählt. Nach den Europawahlen im Mai und den anschließenden Verhandlungen über die Zusammensetzung der neuen Europäischen Kommission wurde klar, dass der belgische Premier Michel eine EU-Spitzenposition übernehmen konnte.
Daher wurden in der Liberalen Partei zunächst Verhandlungen über die Bildung neuer Regionalregierungen in Flandern, Wallonien und Brüssel sowie über die Zusammensetzung einer neuen föderalen (Minderheits-)Regierung geführt. Sophie Wilmes wird deren Premierministerin werden.

