Nach US-amerikanischen Medienberichten erwägt Musk, X, früher Twitter, aus der Europäischen Union abzuziehen. Musk soll laut einer anonymen Quelle im Unternehmen intern über einen Ausstieg vom europäischen Markt gesprochen haben. Der Unternehmer selbst hat bisher nicht auf den Bericht reagiert. Die Europäische Kommission hat noch keinen Kommentar abgegeben.
X-CEO Linda Yaccarino sagte Anfang dieser Woche, die Plattform habe „hunderte mit Hamas in Verbindung stehende Accounts gesperrt und zehntausende Inhalte von seiner Plattform entfernt“. Facebook-Chef Mark Zuckerberg erklärt, sein Unternehmen Meta habe nach einer Aufforderung der Europäischen Union innerhalb von drei Tagen seit dem Hamas-Terroranschlag auf Israel etwa 800.000 arabische und hebräische Beiträge sowie Videos gelöscht.
Laut Facebook wurden nach dem Angriff siebenmal so viele Videos und Beiträge entfernt wie sonst täglich, insbesondere solche, die Hamas lobten. Außerdem werde die „Schwelle gesenkt“ für das Weiterleiten und Bewerben solcher Beiträge und Videos. Darüber hinaus teilt Facebook mit, dass bestimmte Hashtags automatisch blockiert werden und gemeldete Livestreams vorerst besonders überwacht werden.
Das Unternehmen gibt diese Information als Antwort auf ein Schreiben von EU-Kommissar Thierry Breton bekannt. Darin wurden Medienchefs gewarnt, dass ihre Plattformen für die Verbreitung von Desinformation genutzt werden.
Die Reaktion von Facebook steht in starkem Gegensatz zu der von X, früher bekannt als Twitter, das Brüssel um weitere Informationen zu Verstößen auf seiner Seite gebeten hat. Eine ähnliche Warnung war zuvor auch an X-Chef Elon Musk gerichtet worden. Die EU hat inzwischen eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob X den „Hinweisen“ entspricht.

