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Verschiebung des EU-Handelsabkommens mit Australien wegen französischer U-Boote

Iede de VriesIede de Vries

Die Europäische Kommission hat in letzter Minute die Verhandlungen mit Australien über ein neues Freihandelsabkommen verschoben. Die Gespräche sollten in diesem Monat stattfinden, wurden nun jedoch nach hinten verschoben.

Der offizielle Grund für die Verschiebung lautet, dass die EU-Diplomaten mehr Zeit zur Vorbereitung benötigen, doch Berichten zufolge sind die Europäer verärgert darüber, dass Australien hinter ihrem Rücken der Gründung einer neuen US-australisch-britischen Militärverteidigungsmacht für die Indo-Pazifik-Region zugestimmt hat.

Infolgedessen hat Australien einen großen Marineauftrag für den Bau von Dutzenden neuer U-Boote (im Wert von 56 Milliarden Euro) bei der französischen Werft Naval storniert. Die Regierung in Paris ist darüber wütend. Frankreich hat öffentlich erklärt, der australischen Regierung nicht länger vertrauen zu können. Es stellt sich die Frage, ob das Handelsabkommen noch zustande kommen kann.

Die Freihandelsverhandlungen zwischen der Europäischen Union und Australien begannen 2018. Gegenstand der Verhandlungen ist der Abbau von Zöllen, aber auch Dienstleistungen, Investitionen und Wettbewerbsfragen. Australien verfolgt insbesondere im Agrarbereich offensive Interessen, speziell bei Obst, Fleisch und Milchprodukten.

Die EU ist derzeit der drittgrößte Handelspartner Australiens. Im Jahr 2020 wurde der Handel zwischen den beiden Volkswirtschaften auf 36 Milliarden Euro geschätzt, davon 26 Milliarden Euro im Bereich Dienstleistungen. Die EU exportiert vor allem verarbeitete Produkte wie Autos und importiert mineralische Rohstoffe und Agrarprodukte aus Australien. Das Land ist der drittgrößte Anbieter von Rindfleisch und der achtgrößte bei Getreide.

Aufgrund der Verletzlichkeit der europäischen Landwirtschaft gegenüber allzu hohen australischen Importen von Fleisch und Milchprodukten ist Frankreich seit einigen Jahren skeptisch gegenüber den Verhandlungen eingestellt. Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte zuvor, die französische Landwirtschaft drohe unter der Häufung verschiedener Handelsabkommen zusammenzubrechen.

„Die Handelsrunde des Freihandelsabkommens wurde um einen Monat auf November verschoben“, sagte ein EU-Beamter in Canberra und stellte damit die Zukunft des weitreichenden Paktes infrage.

Der australische Handelsminister Dan Tehan kündigte an, in der kommenden Woche EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis zu treffen, um die nächste Verhandlungsrunde zu besprechen.

Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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