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Viel mehr EU-Geld für Fleisch und Milchprodukte als für pflanzliche Ernährung

Iede de VriesIede de Vries
Die Europäische Union gibt deutlich mehr Agrarsubventionen für Fleisch und Milchprodukte aus als für pflanzliche Lebensmittel. Gleichzeitig will die Europäische Kommission die Regeln für den Einsatz von Pestiziden lockern. Dies führt zu scharfer Kritik von Ärzten, Umweltorganisationen und Politikern.
EU-Subventionen: Fleisch und Milchprodukte erhalten 580 Mal mehr Unterstützung als pflanzliche Produkte.

Aus mehreren aktuellen Veröffentlichungen geht hervor, dass Rind- und Lammfleisch im Jahr 2020 mehr als 580 Mal so viele europäische Subventionen erhielten wie Hülsenfrüchte. Auch Schweinefleisch und Milchprodukte bekamen deutlich mehr finanzielle Unterstützung als Nüsse, Samen und pflanzliche Proteine.

Im selben Jahr flossen 39 Milliarden Euro Unterstützung an die Fleisch- und Milchindustrie. Zum Vergleich: Obst und Gemüse erhielten 3,6 Milliarden Euro. Für Getreide wurden 2,4 Milliarden Euro bereitgestellt.

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Pro Hektar

Die Unterstützung erfolgt vor allem über die europäische Agrarpolitik, bei der Zahlungen bislang größtenteils an die Landfläche gebunden sind. Dadurch erhalten größere Betriebe in der Regel mehr Subventionen aus Brüssel als kleinere Erzeuger pflanzlicher Kulturen.

Die Beibehaltung dieser Verteilung trägt zu fleischreichen Ernährungsgewohnheiten bei. Ärzte und Forscher warnen, dass solche Ernährungsformen negative Folgen für die öffentliche Gesundheit und das Klima haben. Deshalb arbeitet die EU an einem Ausstieg aus der Hektarsubvention und stellt mehr Mittel für Nachhaltigkeitskriterien im Agrarsektor bereit.

Chemische Lobby

Gleichzeitig arbeitet die Europäische Kommission an einem sogenannten Lebensmittel- und Futtermittelpaket, das die Regelungen zu Pestiziden und Chemikalien anpassen soll. Kritiker zufolge werden Zulassungsverfahren beschleunigt und gelockert, und chemische Mittel könnten länger auf dem Markt bleiben.

Umweltorganisationen sehen darin Risiken für die Biodiversität und die öffentliche Gesundheit. Sie sprechen von einem zu großen Einfluss der Pestizidlobby auf die Vorschläge der Kommission.

Niederlande

In den Niederlanden hat das Parlament einen Antrag angenommen, in dem die neue Minderheitsregierung des designierten Premierministers Rob Jetten aufgefordert wird, sich in Brüssel gegen die Lockerung der Pestizidregeln zu wehren. Damit spricht sich das niederländische Parlament gegen die vorgeschlagenen europäischen Änderungen aus.

Neuer Premier

In Den Haag formiert sich unterdessen die Regierung Jetten. Er wird Nachfolger von Mark Rutte, der seit Ende letzten Jahres Generalsekretär der NATO ist. Am Dienstag wird die neue Regierung von König Willem-Alexander vereidigt. Die Minderheitsregierung muss sich in der Europäischen Union sowohl mit der Debatte um Agrarsubventionen als auch mit der geplanten Anpassung der Pestizidregeln auseinandersetzen.



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Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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