Zypern weigert die Ratifizierung des europäisch-kanadischen Handelsabkommens CETA, solange der Markenname und die regionalen Rechte des zypriotischen Halloumi-Käses nicht anerkannt werden.
Zypern ist damit das erste EU-Land, das sich weigert, das seit 2017 vorläufig geltende Abkommen mit Kanada zu ratifizieren. Die Insel, die in einen griechischen und einen türkischen Teil geteilt ist, will, dass ihre Delikatesse denselben geschützten Status erhält wie Champagner und Parmaschinken.
EU-Beamte in Brüssel sind der Ansicht, dass im Handelsabkommen ausreichende Garantien vorgesehen sind, um sicherzustellen, dass das Parlament eines einzelnen Landes das gesamte Abkommen nicht blockieren kann. Zudem könnte Brüssel den geforderten Schutz für Halloumi auch ohne Wiedereröffnung des Abkommens mit Kanada gewähren.
Halloumi oder Haloumi ist ein halbharte, ungereifte, gesalzene Käse, hergestellt aus einer Mischung aus Ziegen- und Schafsmilch, gelegentlich auch Kuhmilch. Er hat einen hohen Schmelzpunkt und kann daher leicht gebraten oder gegrillt werden. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem beliebten Fleischersatz.
Bisher hat die EU dem zypriotischen Käsesorte keinen regional geschützten Status verliehen, weil sich die Regierung des Landes und die Landwirte (noch?) nicht über das Rezept des Halloumi-Käses einig sind: Ob er aus mindestens 51 % Schafs- und Ziegenmilch bestehen muss oder ob mehr Kuhmilch hinzugefügt werden darf.
Die Regierung möchte das Verhältnis vor 2024 erhöhen, wenn die Hersteller die EU-Richtlinien für den Schutzstatus befolgen müssen, mit mindestens 51 % Schafs- und Ziegenmilch gemäß dem traditionellen Rezept, das bei der Ursprungsbezeichnung (g. U.)-Anmeldung bei der Europäischen Union eingereicht wurde.
Landwirtschaftsminister Costas Kadis sagte am Freitag, er erwarte bald eine gemeinsame Sitzung mit zuständigen europäischen Kommissaren, um zu einer Entscheidung über die Eintragung von Halloumi zu kommen. Präsident Nicos Anastasiades brachte die Angelegenheit auch bereits beim Präsidenten der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, zur Sprache.

