Donnerstag, 30. Juni 2022
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Keine Impfung von EU-Geflügel gegen die Vogelgrippe in diesem Jahr

Die Landwirtschaftsminister der 27 EU-Länder haben einstimmig einer Strategie zugestimmt, um die Impfung von Hühnern gegen die Vogelgrippe zu ermöglichen. Zwei Versuche werden derzeit in Frankreich durchgeführt, und auch die Niederlande haben einen Versuch vor Ende dieses Jahres angekündigt.

In den letzten Jahren waren die meisten europäischen Länder sowie andere Teile der Welt von hoch pathogenen Tierseuchen der Vogelgrippe (HPAI) betroffen, wobei die aktuelle Tierseuche in Europa die schwerste in der jüngeren Geschichte ist. Teil der Strategie ist ein „regionaler Ansatz“, bei dem die Impfung in geieden mit hoher Tierdichte verordnet werden kann, jedoch nicht in der gesamten EU.

Als Teil ihrer veterinärmedizinischen Prioritäten hatte die französische Präsidentschaft der LNV-Minister auf der Grundlage eines Fragebogens eine strategische Debatte eingeleitet. Eine erste Zusammenfassung der Ergebnisse wurde Ende März dem Arbeitskreis Tier- und Veterinärfragen (Leitende Veterinärbeamte) vorgelegt, worauf sich die Ministerinnen und Minister nun verständigt haben.

Die meisten Minister betonen, dass sie noch nichts dauerhaft zustimmen, weil sie erst einmal wissen wollen, wie die Exportländer darauf reagieren. In der Welthandelsorganisation WTO ist es sehr schwierig, Tiere zu impfen oder dem Tierfutter Chemikalien hinzuzufügen. Die Angst um die menschliche Gesundheit spielt dabei eine große Rolle. 

Viele Minister betonten auch, dass die Unterstützung für die Impfung nicht nur bei den Handelspartnern, sondern auch bei den eigenen Geflügelhaltern gesucht werden müsse. Ein wichtiges Argument heißt „Tierleid“, denn im Falle einer Infektion muss der gesamte Viehbestand des betroffenen Hofes gekeult werden.

Impfungen gegen Tierseuchen haben in der Vergangenheit zu Beschränkungen europäischer Exporte geführt. Deshalb muss es zuerst überprüft werden. Darüber hinaus muss der eigene Lebensmittelsicherheitsdienst der EFSA eine Stellungnahme dazu abgeben.

Über die Situation in den Niederlanden berichtete LNV-Minister Henk Staghouwer dem Repräsentantenhaus letzte Woche, dass der aktuelle Ausbruch der Vogelgrippe viel größer ist als die Ausbrüche, die die Niederlande in den letzten zwanzig Jahren erlebt haben. Damals hatten die Niederlande in einigen Unternehmen mit „saisonalen“ Ausbrüchen zu kämpfen, manchmal über mehrere Jahre hinweg ohne Ausbrüche. 

Seit Herbst 2020 fehlt HPAI jedoch nicht aus den Niederlanden. Darüber hinaus gab es Ausbrüche in geflügelreichen Gebieten, in deren Folge auch viele Geflügelfarmen vorsorglich gekeult wurden. Die finanzielle Abwicklung dieser Freigaben ist noch im Gange.

In den Niederlanden wird dieses Jahr ein Versuch gestartet, um die Wirksamkeit einer Reihe von Impfstoffen zu testen. Minister Staghouwer sagte, dass die ersten Ergebnisse im vierten Quartal erwartet werden. Unter anderem auf der Grundlage der Ergebnisse verschiedener Studien, wie sie derzeit in Ungarn und Frankreich durchgeführt werden, können die Niederlande eine Strategie für den Einsatz von Impfungen als zusätzliche vorbeugende Maßnahme entwickeln.

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