Während der Beratung betonten mehrere Minister, dass die Landwirtschaft für die Ernährungssicherheit und die ländliche Entwicklung essenziell sei. Ihrer Meinung nach wäre es falsch, wenn Finanzminister oder Regierungschefs über eine Umverteilung oder Kürzung des Agrarbudgets entscheiden würden. Die Praxis ist jedoch, dass Haushaltskommissar Piotr Serafin und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor allem darüber bestimmen.
Agrarkommissar Christoph Hansen ging nach der Beratung nicht auf Einzelheiten ein, wies jedoch darauf hin, dass bei der neuen europäischen Agrarpolitik (ab 2027) ein mögliches neues Handelsabkommen oder eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine berücksichtigt werden müsse.
Die Diskussion findet im Vorfeld des Vorschlags statt, den die Europäische Kommission am 16. Juli für den neuen Mehrjährigen Finanzrahmen vorstellt. Es herrscht Unruhe, da Gerüchte kursieren, dass Gelder aus dem Agrarfonds in andere Prioritäten wie Verteidigung oder Digitalisierung umgeschichtet werden sollen. Dabei sollen verschiedene bestehende Fonds und Budgets zusammengelegt und jedes Land erhielte einen einzigen Geldstrom, über den es selbst entscheiden dürfte.
In diesem Fall droht die zweite Säule der europäischen Gemeinsamen Agrarpolitik (für die ländliche Entwicklung), in diesen einzigen Subventionsstrom pro Land integriert zu werden. Das entspricht etwa einem Viertel des derzeitigen Geldstroms für die EU-Landwirtschaft.
Kürzlich hat der ehemalige Kommissar Draghi in einem Bericht zur europäischen Wirtschaft sich für mehr Unterstützung der Wirtschaft ausgesprochen, und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich für deutlich mehr europäische Verteidigungszusammenarbeit ausgesprochen.
Vor diesem Hintergrund hat die Bauernlobby Copa-Cogeca eine großangelegte Petition gestartet. Die Organisation warnt vor „gefährlichen“ Vorschlägen der Kommission, die Struktur und Höhe der Agrarsubventionen beeinträchtigen würden.
In Luxemburg erzielten die Minister außerdem eine Einigung über neue Regeln für die Waldbewirtschaftung. Der Vorschlag sollte ursprünglich die nachhaltige Waldbewirtschaftung und den Naturschutz stärken, wurde aber auf Wunsch mehrerer Länder deutlich abgeschwächt.
Nach Angaben der Europäischen Kommission ist das Endergebnis nun so verwässert, dass sie erwägt, die gesamte Verordnung zu streichen. Die ursprünglichen Umweltziele und Kontrollmechanismen wurden größtenteils gestrichen, was zu schweren ökologischen Schäden führen kann.
Die Agrarminister verteidigten ihre Änderungen als „notwendige Vereinfachung“. Sie vertreten die Ansicht, dass Forstwirtschaftspraktiken für Grundstückseigentümer praktikabel und bezahlbar bleiben müssen. Besonders die administrativen Belastungen wurden als hinderlich empfunden.

