Trotz Protesten von etwa zehn EU-Ländern hält EU-Kommissarin Stella Kyriakides an ihrem Vorschlag zur Erweiterung und Modernisierung der europäischen Tierschutzpolitik fest.
Acht Länder drohen, ein Verbot langer Viehtransporte zu blockieren, da es ihre Exporte in den Nahen Osten und nach Nordafrika bedroht. Andere EU-Länder, darunter Niederlande, unterstützen jedoch Kyriakides. Auch das Europäische Parlament fordert in vielen Punkten mehr und besseren Tierschutz.
Acht EU-Länder unter Führung von Portugal plädierten dafür, dass das Ziel der Überarbeitung sowohl der Erhalt der Exporte als auch die Verbesserung des Tierschutzes sein sollte. Diese acht Länder vertreten 37 Prozent der EU-Bevölkerung, sodass die Befürworter voraussichtlich nicht die erforderlichen 65 Prozent für eine qualifizierte Mehrheit erreichen.
Die von Portugal im Namen der französischen, griechischen, irischen, lettischen, litauischen, portugiesischen, rumänischen und spanischen Delegationen verfasste Stellungnahme wurde am vergangenen Montag im Agrarrat diskutiert und von mehreren anderen Ländern heftig bekämpft. Die Niederlande waren Berichten zufolge der lautstärkste Gegner, und Minister Adema forderte ein einfaches Verbot des lebenden Exports.
Die Niederlande und Dänemark wiesen zudem darauf hin, dass zu viele Fälle von Tierleid gezeigt hätten, dass der Transport von Vieh in Drittländer vermieden werden müsse und tierfreundliche Alternativen nötig seien. Minister Adema sagte anschließend gegenüber niederländischen Reportern, dass der Transport von Fleisch eine viel bessere Alternative darstelle.
„Wenn Wissenschaft und Erfahrung uns zeigen, dass bestimmte Transportpraktiken das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere schädigen, dann glaube ich, dass wir Wege finden müssen, diese Praktiken anzupassen. Untätigkeit ist keine Option“, sagte Kommissarin Kyriakides.
Der Transport von Tieren ist ein wesentlicher Bestandteil des Überarbeitungsprozesses und hat hohe Priorität. Obwohl Viehhalter bei der Umstellung auf neue Systeme unterstützt werden, müsse das Wohl der Tiere gewährleistet sein, fügte sie hinzu.

