Die Europäische Kommission wird nächstes Jahr einen neuen Vorschlag zu Subventionen für Werbung für Fleisch und Milchprodukte vorlegen. Dafür wurde inzwischen eine Konsultationsrunde eingeleitet.
In ersten Entwürfen des Green Deal war zunächst vorgesehen, dass die Kommissare Timmermans (Umwelt) und Kyriakides (Lebensmittelsicherheit) planen, diese Subventionen abzuschaffen, doch nach Protesten des Landwirtschaftskommissars Wojciechowski und des Landwirtschaftsausschusses wurde dies abgeschwächt.
Laut einem am Donnerstag vorgestellten Bericht von Greenpeace gibt die EU derzeit ein Drittel ihres Werbebudgets für Landwirtschaftsprodukte für Werbung für Fleisch und Milchprodukte aus (32 % von 777 Millionen Euro in fünf Jahren). Die Untersuchung ergab zudem, dass die Kommission rund 146 Millionen Euro für Kampagnen für Obst und Gemüse ausgab; 19 Prozent der Werbeausgaben.
Greenpeace fordert die EU auf, Werbung für Fleisch und Milchprodukte einzustellen und dieses Geld zu nutzen, um ökologische, kleinstrukturierte Bauern in Europa zu unterstützen und konventionelle Landwirte beim Umstieg auf ökologische Landwirtschaft zu helfen.
Die derzeitige Ausgabenpolitik stehe „im Widerspruch zu den Warnungen von Wissenschaftlern über die katastrophalen Folgen der industriellen Tierhaltung für Natur, Klima und unsere Gesundheit“ und sei eine unverantwortliche Verwendung von Steuergeldern, so Greenpeace.
Über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in der EU werden zur Tierhaltung oder zur Produktion von Tierfutter genutzt. Europäer konsumieren etwa doppelt so viel Fleisch wie der Welt-Durchschnitt und etwa dreimal so viele Milchprodukte.

