Die Ergebnisse von Bodenproben sollen anschließend in ein öffentliches Register eingetragen werden, wonach Nachbarn und Bürger Schadensersatzforderungen bei den Verursachern einreichen können. Ein System der Bodenregistrierung und sauberen Bodenbescheinigungen kann auch mit Förderungen für Grundstückseigentümer, Landwirte und Gärtner kombiniert werden.
Die EU zählt mehr als 3 Millionen bekannte verschmutzte Standorte, während in den letzten Jahren nicht einmal in allen EU-Ländern intensive Bodenuntersuchungen durchgeführt wurden. Niederlande verzeichnen etwa 250.000 Orte, die möglicherweise stark belastet sind. Denken Sie an (ehemalige) chemische Wäschereien, Tankstellen, Werkstätten, Gasfabriken oder landwirtschaftliche Flächen, auf denen früher heute verbotene Stoffe eingesetzt wurden.
Die vorgeschlagene Richtlinie stößt innerhalb der Landwirtschaft auf Bedenken. Landwirtschaftsminister und der niederländische Agrarverbund LTO äußerten ernsthafte Vorbehalte. Nach Ansicht von LTO-Niederlande sind zusätzliche Einschränkungen und Pflichten nicht wünschenswert, und die Europäische Union müsse die spezifischen Bedingungen und Bedürfnisse der einzelnen Mitgliedstaaten berücksichtigen.
Auch Paul Polman, der ehemalige CEO von Unilever, der nun für Umweltfragen wirbt, nennt sie „ein wichtiges Gesetzesvorhaben“, wies jedoch darauf hin, dass gesunde Böden nicht klar definiert seien. Er hofft, dass „schärfere Zielvorgaben“ entwickelt werden, die zudem „sehr standort- und kulturspezifisch“ sind.
Die europäische Sauberbodenregelung wird keine verpflichtende Richtlinie sein und enthält keine Ergebnisverpflichtungen; weder für 2050 noch für Zwischenjahre. Naturschutzorganisationen haben die Europäische Kommission dazu aufgerufen, verbindliche Ziele zur Verhinderung von Bodenerosion zu setzen. Umweltkommissar Virginius Sinkevicius erklärte jedoch, Brüssel wolle zunächst sicherstellen, dass sich der Bodenstatus nicht weiter verschlechtert; anschließend werde saniert und verbessert.
Die nächste Phase des Entscheidungsprozesses umfasst die Stellungnahme des Envi-Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, der ebenfalls seine Sicht zum Vorschlag festlegen muss. Erst nach diesem Schritt können Trilog-Verhandlungen mit den Umweltministern und der Europäischen Kommission beginnen, in denen weitere Kompromisse und Entscheidungen erwartet werden.

