Die Europäische Kommission hält an der EU-Subvention von zwei Millionen Euro für niederländische Unternehmen zur Entwicklung von kultiviertem Fleisch fest.
Die italienische Lega (ECR) hatte gefragt, warum die Kommission die Anträge von Nutreco und Mosa Meat genehmigt hat und anhand welcher Kriterien dies geschehen ist.
Die Subvention wurde bereits zu Beginn dieses Jahres für die Forschung zur Senkung der Kosten der Zellkultivierung, dem teuersten Schritt im Kultivierungsprozess von Rindfleisch, bewilligt. Das Projekt „Feed for Meat“ erhielt Fördermittel, um eine der wichtigsten Herausforderungen bei der Entwicklung von kultiviertem Fleisch anzugehen: die Erschwinglichkeit.
Feed for Meat war das erste Unternehmen weltweit, das 2013 einen im Labor gezüchteten Burger herstellte. Kultiviertes Fleisch, auch synthetisches, künstliches oder In-vitro-Fleisch genannt, wird aus tierischen Zellen gefertigt, die in einem Bioreaktor im Labor zu einem Stück Fleisch „heranwachsen“.
Als Reaktion auf Kritik der italienischen EU-Abgeordneten Elena Lizzi weist Brüssel darauf hin, dass die Anträge aus den Kohäsionsfonds – wie üblich – von regionalen und nationalen Behörden ausgewählt und begründet wurden. Diese müssen das Projekt auch überwachen.
„Staatliche Unterstützung ist ein großer Beitrag zur Markteinführung kultivierten Rindfleischs in Europa“, erklärte Peter Verstrate, Mitbegründer von Mosa Meat, nach der Gewährung der Subvention. Eine Reihe von Start-ups in ganz Europa hat begonnen, in Technologie für Laborfleisch zu investieren. Mosa Meat plant, in der ersten Hälfte des Jahres 2022 kultivierte Burger in Europa auf den Markt zu bringen.
In Europa fällt die Zulassung neuer Lebensmittel in die Zuständigkeit der EFSA. Kultiviertes Fleisch müsste daher vor dem Inverkehrbringen genehmigt werden. Es ist jedoch weiterhin unklar, welche ernährungs- oder toxikologischen Nachweise die EFSA für die Zulassung von kultiviertem Fleisch benötigt.

