Berichten zufolge wird Luxemburg am Montag während des monatlichen Agrarrats einen Vorschlag für strengere Regeln bezüglich der Anwesenheit von chemischen Rückständen in importierten Lebensmitteln einreichen. Dies steht im Einklang mit der früheren Ablehnung des Europäischen Parlaments von Vorschlägen, diesbezüglich keine strengeren Bremsen zu setzen.
Das Europäische Parlament ist der Ansicht, dass Lebensmittel, die außerhalb der EU produziert werden, denselben strengen Regeln entsprechen müssen wie Produkte aus der EU, und dass daher keine Rückstände von in der EU verbotenen chemischen Stoffen enthalten sein dürfen. Der luxemburgische Vorschlag wird am Montag in Brüssel von der Namensvetterin und Nichte des neuen EU-Kommissars, Martine Hansen, eingereicht werden.
Die Landwirtschaftsminister werden nicht nur den luxemburgischen Vorschlag diskutieren, sondern auch weitere wichtige Fragen, die die Zukunft der europäischen Landwirtschaft beeinflussen. Die bisherige Europäische Kommission hatte in ihrer "Vom Hof auf den Tisch"-Strategie Ziele formuliert, um den Einsatz und die Risiken chemischer Mittel zu reduzieren.
Hansen erklärte, dass wenn Pflanzenschutzmittel verboten werden, gute Alternativen zur Verfügung stehen müssen. Zudem betonte er, dass die Landwirtschaft eine wichtige Rolle in der europäischen Wirtschaft spielt und es wesentlich sei, den Sektor bei der Umstellung auf nachhaltigere Praktiken zu unterstützen.
Der frisch ernannte Kommissar hat angekündigt, dass er den Dialog mit den Menschen suchen will, die direkt vom Agrarpolitischen betroffen sind. Dazu wird kommende Woche in Brüssel eine Art Forum und Beratungsgruppe vorgestellt. Hansen betonte, dass er viel unterwegs sein wird und keinesfalls in der Elfenbeinturm von Brüssel verbleiben will. Dieser praxisorientierte Ansatz wird von vielen in der Branche geschätzt und als positive Veränderung wahrgenommen.
Die kommenden Monate werden für Hansen entscheidend sein, da er die Aufgabe hat, innerhalb von hundert Tagen nach Amtsbeginn der neuen Europäischen Kommission eine neue Vision für Landwirtschaft und Ernährung zu entwickeln. Diese Vision wird auf den Empfehlungen des früheren strategischen Dialogs von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen basieren.
Hansen, ein 42-jähriger Luxemburger mit einem Hintergrund in der Landwirtschaft, betonte während seiner Anhörung vor dem Europäischen Parlament im vergangenen Monat, dass er als Landwirtschaftskommissar für Landwirte in allen EU-Ländern da sein wird. Seine Ernennung wird als frischer Wind gesehen nach seinem Vorgänger Janusz Wojciechowski, der wegen seiner Sichtbarkeit und seines Engagements im Agrarsektor kritisiert wurde.

