Um in 25 Jahren eine Netto-Null-Emission aller Treibhausgase zu erreichen, will die EU ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Die Sektoren Landwirtschaft und Verkehr verfehlen ihr Ziel um über sechs Prozent, wie neue Berechnungen der Europäischen Umweltagentur zeigen.
Aus einem am Montag veröffentlichten Länderbericht geht hervor, dass nahezu alle EU-Länder ihre nationalen Ziele nicht erreichen werden und die EU im Jahr 2030 höchstens eine Reduktion von 51 Prozent erzielt.
Diese Energie- und Klimaberichte erfüllen eine vergleichbare Funktion wie die nationalen Strategiepläne (NSP) in der Gemeinsamen Agrarpolitik. Damit kann Brüssel analysieren, ob die EU auf dem richtigen Weg ist, die Klimaziele zu erreichen.
Die Europäische Kommission macht sich unter anderem Sorgen um die Emissionen von Methan und anderen Treibhausgasen in der Tierdüngung und bei Kunstdünger in Niederlande. Ebenfalls muss die Niederlande genauer darlegen, was sie gegen die Stickstoffemission unternehmen will. Für alle Länder hat Brüssel ähnliche Empfehlungen.
Die Ursache dafür, dass die EU ihre eigenen Klimaziele nicht erreicht, liegt nicht nur darin, dass die Emissionen nicht ausreichend gesenkt werden, sondern auch darin, dass erneuerbare Energien nicht rechtzeitig realisiert werden. Auch das langsame Abwenden von umweltschädlichen fossilen Brennstoffen (vor allem Kohle und Öl) spielt eine Rolle.
Und die Ziele für die Kohlenstoffbindung, zum Beispiel in Wäldern und Moorgebieten, von 310 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent werden voraussichtlich um 40 bis 50 Millionen Tonnen verfehlt, stellte die Kommission fest. „Es ist klar, dass wir stärkere Zusagen von den EU-Ländern benötigen“, sagte Klima-Kommissar Wopke Hoekstra.

