Weil niederländische Landwirte im vergangenen Jahr in großem Umfang bei den verschiedenen Öko-Regelungen "eingesprungen" sind, reichte das Budget letztlich nicht aus, um die zuvor genannten Beträge auszuzahlen. Zwar wird im nächsten Jahr noch eine Nachzahlung erfolgen, doch viele Antragsteller empfinden es als Enttäuschung, dass die bisherigen finanziellen Erwartungen nicht erfüllt werden können.
Auch aus einigen anderen EU-Ländern gab es in den letzten Wochen Berichte über "enttäuschende Auszahlungen", doch es ist bislang unklar, ob das auf zu hohe Anmeldungen zurückzuführen ist oder ob die Landwirtschaftsministerien in diesen Ländern ihr GLB-Budget offenbar anders verwendet haben.
Minister Adema machte im monatlichen Landwirtschaftsministerrat deutlich, dass bei niederländischen Landwirten so viel Enthusiasmus und Interesse für den neuen Ansatz besteht, dass die EU dies eigentlich begrüßen und fördern müsste.
„Wir tun genau das, was mit der Umstellung von Flächensubventionen auf zielgerichtete Öko-Regelungen beabsichtigt war. Unter den anderen Landwirtschaftsministern bestand großes Interesse an unserer Vorgehensweise. Auch darin scheinen wir ziemlich weit vorne zu liegen“, sagte der Minister anschließend gegenüber niederländischen Reportern.
Zudem stand am Montag auf der Brüsseler Tagesordnung die Evaluierung des (ersten Jahres der) 27 nationalen Strategiepläne des GLB. Diese NSPs geben den EU-Ländern die Möglichkeit, ihre Agrarpolitik in Teilen an die nationale Praxis anzupassen. Viele Landwirtschaftsminister fanden, dass die Europäische Kommission bei nationalen Ausnahmen etwas flexibler sein könnte.
Sogar Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski stimmt ihnen hier teilweise zu, ist aber auch an die rechtlichen und finanziellen Spielregeln innerhalb der europäischen Institutionen gebunden. Laut Adema könnte eine „weitere Lockerung“ theoretisch zu „mehr Spielraum“ für eigene Entscheidungen führen.
Adema musste einräumen, dass die EU-Regeln in Bezug auf eigenes Steuergeld („Beihilfen“) zwar für die Erreichung der Green Deal-Ziele gelockert wurden, einzelne Länder dies aber zuerst bei Brüssel melden müssen. Darüber wird derzeit noch mit Brüssel verhandelt. Außerdem darf die geschäftsführende niederländische Regierung nach den Haager Spielregeln keine „neue Politik mit neuem Geld“ aufsetzen.

