Es wird nicht einmal eine ergänzende Studie zu bislang nicht berücksichtigten Aspekten geben, und die Pflanzenschutzpläne dürfen zudem keine Verzögerung erfahren. Dies ist das Ergebnis des EU-Agrarrates LNV am vergangenen Wochenende in Brüssel.
Dass die Vorschläge der Kommissare Timmermans (Klima), Sinkevicius (Umwelt) und Kyriakides (Lebensmittelsicherheit) trotz Nachdruck einiger EU-Länder nicht auf die lange Bank geschoben werden, war bereits nach verschiedenen Zugeständnissen der Kommission klar geworden. Zudem erklärte Kommissarin Kyriakides am Montag (12. Dezember) erneut, dass sie Lösungen für die noch bestehenden Einwände und Bedenken der LNV-Minister finden möchte.
In den kommenden Monaten wird lediglich eine genauere Definition und Präzisierung dessen erfolgen, was in den Juni-Vorschlägen als „verletzliche Gebiete“ bezeichnet wurde. Die neue (vorübergehende) schwedische Ratspräsidentschaft übernimmt diese Aufgabe. Sie soll innerhalb eines halben Jahres abgeschlossen sein.
Im Anschluss musste Agrarkommissar Wojciechowski auf Fragen von Journalisten unbeantwortet lassen, was die Minister mit ihren Forderungen nach „erneuter Untersuchung“ nun genau wollen. Auch der polnische Kommissar hatte erklärt, dass er solche Bitten unterstütze.
Der (bald zurücktretende) tschechische Ratsvorsitzende Minister Nekula muss den Antrag der LNV-Minister bei der europäischen Kommission an die zuständige Kommissarin Kyriakides weiterleiten. Und die neue schwedische Ratspräsidentschaft muss die Angelegenheit bearbeiten. Was Nekula genau beantragen wird, ist derzeit noch unklar.
Damit erhielt der niederländische LNV-Minister Piet Adema eigentlich genau das, was er wollte. Von Anfang an hatte Niederlande die Richtung der Pflanzenschutzvorschläge unterstützt: weniger Chemikalien, mehr in Richtung Biolandbau, andere grüne Hilfsmittel für die Landwirtschaft.
Und die Niederlande schlossen sich nicht den EU-Ländern an, die weiterhin eine vollständige Folgenabschätzung forderten, weil sie mit einem früheren Untersuchungsbericht von 371 Seiten nicht zufrieden waren. Außerdem forderte (und erhielt) Niederlande die Zusicherung, dass die Verhandlungen während der sechsmonatigen zusätzlichen Untersuchungszeit einfach weitergeführt würden.
Das Europäische Parlament hat inzwischen die Delegation zusammengestellt, die in den kommenden Monaten mit den EU-LNV-Ministern über die Pflanzenschutzvorschläge der Kommission verhandeln wird. Der niederländische VVD-Europaabgeordnete Jan Huitema gehört dieser EP-Delegation an. Welche Minister im Namen der EU-Länder verhandeln werden, ist noch nicht bekannt.

