Gemeinsam mit Deutschland und Belgien, wo das Virus ebenfalls wieder aufgetaucht ist, hat er Pharmaunternehmen dazu aufgerufen, ein neues Medikament zu entwickeln. In den Niederlanden sind bereits mehrere tausend Schafhaltungen betroffen.
Adema sagte beim EU-Agrarrat in Luxemburg, er fürchte um das Fortbestehen der Schafzucht in Niederlande. Derzeit sterben täglich etwa tausend Schafe daran. Es sterben nicht nur viele kranke Schafe, sondern im kommenden Frühjahr werden auch deutlich weniger Lämmer geboren werden. Kranke Schafe decken nicht. Die Krankheit trat bereits 2006-2007 auf. Damals gab es Impfstoffe dagegen, die jetzt jedoch nicht mehr wirken, da es sich um eine andere Virusvariante handelt.
Minister Adema betonte, dass es von großer Bedeutung ist, dass Pharmaunternehmen Impfstoffe gegen diese spezielle Blauzungenart (Serotyp 3) entwickeln und produzieren. Dies ist entscheidend für die Sicherung der Tiergesundheit und zur Verringerung des Schadens.
Das Problem beschränkt sich nicht auf die niederländischen Landesgrenzen und erfordert daher auch einen europäischen Ansatz. Deshalb werden wir enger mit Belgien und Deutschland zusammenarbeiten und haben die Unterstützung der EU angefordert, so Adema.
Er möchte deshalb kurzfristig mit Pharmaunternehmen in Gespräche treten. Welche Unternehmen das sein werden, ist noch nicht bekannt. Die Mücken, die die Krankheit übertragen, sind in den kalten Wintermonaten weniger aktiv. Aber zum Mai (Beginn der neuen Zuchtsaison) befürchtet Adema einen neuen Höhepunkt. Der Impfstoff muss also vor dem Frühjahr vorliegen.
Die Regierung kann Pharmaunternehmen nicht verpflichten, einen Impfstoff herzustellen, aber sie kann dies durch Investitionszuschüsse fördern. Die Regierung prüft auch, ob es möglich ist, Schafhaltern finanzielle Unterstützung zu gewähren. Blauzungenkrankheit gilt als ein (betriebseigenes) Risiko. Das bedeutet, dass die Regierung Tierhaltern keine Entschädigung zahlen kann.
Vorbeugende Keulung wird (bisher) ebenfalls nicht durchgeführt. Wenn dies doch geschieht, können Landwirte entschädigt werden. Adema erklärt, dass er weiterhin prüfen werde, was möglich ist. Vorerst sei ein neuer Impfstoff die einzige Möglichkeit, Schafhaltern entgegenzukommen und einen möglichen Ausbruch nach dem Winter zu verhindern, so seine Einschätzung.

