Sie erwartet in den Trilogverhandlungen mit der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament, das bereits entschärfte Verschlechterungsverbot auch noch von „weiterer Juridifizierung der Naturschutzpolitik“ befreien zu können.
Van der Wal sagte am Dienstagnachmittag in Luxemburg, nach der EU-Umweltministerratssitzung, dass die Europäische Kommission bereits viele Erleichterungen eingebracht habe, sie aber am liebsten gesehen hätte, dass der EU-Ratsvorsitz Schweden den Vorschlag von der Tagesordnung genommen hätte.
Eine qualifizierte Mehrheit der (großen) EU-Länder hält den Vorschlag jedoch für reif genug für eine abschließende Verhandlungsrunde mit dem Europäischen Parlament, ohne ihn jetzt schon einer endgültigen Abstimmung zu unterwerfen.
Van der Wal bekräftigte, dass sie das Hauptziel der Naturwiederherstellung unterstützt, da Niederlande in den letzten zwanzig, dreißig Jahren einiges aufzuholen haben. Sie wollte nicht gegen den Vorschlag stimmen und hätte sich notfalls der Stimme enthalten.
Auf die Frage, ob sie jetzt ihre niederländischen VVD-Parteikollegen im Europäischen Parlament zum Unterstützen bewegen werde, sagte sie, dass sie auch in den kommenden Wochen noch mit vielen EU-Politikern über einzelne Punkte des Vorschlags sprechen werde.
Der Vorsitzende des Envi-Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, der Franzose Pascal Canfin, bezeichnete die Entscheidung der Minister, den Vorschlag zu unterstützen, als Auftrieb für seinen Ausschuss, der nächste Woche (27. Juni) eine Position festlegen muss. Letzte Woche kam es zu einer Pattsituation: 44 Stimmen dafür, 44 dagegen.
Ministerin Van der Wal zeigte sich zufrieden, dass die EU-Kommissare die „Verpflichtung zum Ergebnis“ von einer „Verpflichtung zum Ergebnis“ auf eine „Bemühensverpflichtung“ abgeschwächt haben. Außerdem wollen die EU-Kommissare eine drohende Bauverhinderung verhindern; deshalb erhalten die einzelnen Mitgliedstaaten mehr eigene Entscheidungsbefugnis darüber, was wo erlaubt sein wird oder nicht.
Van der Wal hat jedoch weiterhin Vorbehalte gegen eine solche „Projekt-für-Projekt-Vorgehensweise“. In einem kleinen, dicht besiedelten Land mit vielen Natura 2000-Gebieten und Naturschutzgebieten fürchtet sie nach wie vor „allerlei Genehmigungsaufwand, Verfahren und Juridifizierung der Natur“.
Ohne ins Detail zu gehen, sagte sie, dass die einzelnen Länder nicht nur den Raum erhalten sollten, teilweise selbst über die Inhalte (der Naturschutzpolitik) zu entscheiden, sondern auch darüber, wie dies (länderabhängig unterschiedlich) organisiert werden sollte. Sie sagte, dass sie mit einigen gleichgesinnten Ländern wie Belgien, Finnland und Malta versuchen werde, dies noch durchzusetzen.

