Der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir stellt inzwischen strengere Bedingungen. Am Samstagabend reiste Özdemir gemeinsam mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (ebenfalls von den Grünen) und einer deutschen Delegation nach Brasilien und Kolumbien. Nach der Wahl des neuen brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva sei die Tür zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes laut Özdemir wieder geöffnet.
Özdemir sagte, die deutsche Koalitionsregierung stimme einem Mercosur-Abkommen nur zu, „wenn nachhaltige Entwicklung fest und verbindlich verankert ist. Für mich heißt das: Stoppen Sie die Abholzung des Regenwaldes!“
Die EU verhandelt seit Jahren über ein Freihandelsabkommen mit Mercosur. Ursprünglich war es vor allem Frankreich, das sich gegen das ausgehandelte Handelsabkommen stellte, während mehrere mittelosteuropäische Länder hauptsächlich Bedenken haben, weil ihre Agrar- und Lebensmittelunternehmen mit billigeren Importen aus Südamerika konkurrieren müssen.
Auch im niederländischen Parlament mehren sich die Stimmen, die den aktuellen Vertragstext nicht genehmigen wollen. Dass die schwedische EU-Ratspräsidentschaft die Entscheidung auf einen Gipfel verschiebt, deutet darauf hin, dass einfache Anpassungen per „Beilage“ offenbar nicht mehr ausreichen.
Der irische Handelsminister Simon Coveney sagte, Dublin sei wie Frankreich besorgt über eine größere Rindfleischeinfuhr. Er äußerte die Erwartung, dass in diesem Jahr eine endgültige Einigung erzielt werden könnte.

