Mittwoch, 7. Dezember 2022
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Viel Unterstützung in EU für den niederländischen Plan „Gründüngerindustrie“

Landwirtschaftsminister Henk Staghouwer hat im EU die Führung für die Entwicklung einer neuen umweltfreundlichen Düngemittelindustrie übernommen, die Baumaterialien aus natürlicher Gülle verarbeitbar macht. Viele EU-Länder haben zustimmend geantwortet, und die Europäische Kommission wird nun schnell prüfen, wie dies möglich gemacht werden kann. 

Die Niederlande plädieren für die Verarbeitung von Tiermist zu natürlicher Düngung als Alternative zum Einsatz von Chemikalien oder der Ausbringung von Nassmist. Durch die industrielle Verarbeitung von tierischen Fäkalien und Bioabfällen zu Granulat oder Pulver für einen neuartigen Trockendünger wird weniger chemischer Dünger verbraucht. 

Die Europäische Union würde auch „autarker“ und weniger abhängig vom Import teurer russischer Düngemittel werden. Die Produktion landwirtschaftlicher Nutzpflanzen kann so aufrechterhalten werden, auch wenn Kunstdünger zu teuer oder nicht verfügbar ist. Diese Lösung führt nicht zu mehr Stickstoffverbrauch auf einer Parzelle.

Der niederländische Minister wies im EU-Landwirtschaftsrat darauf hin, dass die Entwicklung eines solchen Reststroms ein neues landwirtschaftliches Einkommensmodell schaffen könnte. Eine bessere lokale Nutzung von Viehdung kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern verbessert auch den wirtschaftlichen Nutzen für Viehzüchter und Landwirte, die Ackerkulturen produzieren.

„Wir haben heute einen großen Schritt gemacht. Wir haben jahrelang Forschung und Pilotprojekte durchgeführt und jetzt scheint es zu geschehen. Alle EU-Länder haben bemerkt, dass wir weniger abhängig von unserem Dünger werden müssen“, sagte Staghouwer nach dem Ministertreffen niederländischen Reportern in Brüssel.

Der russische Krieg in der Ukraine habe laut Staghouwer deutlich gemacht, dass die europäische Landwirtschaft in hohem Maße von Importen von Erdgas, kritischen Rohstoffen und Düngemitteln insbesondere aus Russland, Weißrussland und der Ukraine abhängig sei.

Doch mit dem immer teurer werdenden ausländischen Dünger wird es kostentechnisch immer interessanter innovative Investitionen selbst zu tätigen. Das niederländische Plädoyer steht auch im Einklang mit der Farm-to-Fork-Strategie (weniger Chemikalien und Düngemittel), um die nachhaltige Entwicklung des Agrarsektors weiter zu stärken.

Die Investitionen in diese neuen Industriesektoren sind groß und haben in der Regel eine Kapitalrendite von 10 Jahren oder mehr. Staghouwer argumentierte, dass die Abweichung von den derzeitigen Regeln lang genug sein müsse, um den Sektor zu Investitionen zu ermutigen, damit die Erzeuger ihre Investitionen wieder hereinholen könnten.

Ende letzten Jahres brachten auch die Niederlande die Idee einer neuen Industrie für „natürlichen Dünger“ im Landwirtschaftsrat auf und argumentierten, dass die europäischen Vorschriften die Wiederverwendung von zurückgewonnenen Rohstoffen fördern. Dies erfordert eine Ausnahmeregelung von der Nitratrichtlinie. 

Im Nitratausschuss in Brüssel wird dies normalerweise sehr erschwert, aber die Niederlande und eine wachsende Zahl anderer EU-Mitgliedsstaaten glauben offenbar, dass es jetzt „veränderte Umstände“ gibt. Staghouwer ist der Ansicht, dass die Europäische Kommission dies mittelfristig (5 – 8 Jahre) ermöglichen sollte.

Angesichts der Dringlichkeit und der Notwendigkeit einer kurzfristigen Lösung beantragen die Niederlande daher die Erlaubnis der EU, von einigen Regeln abzuweichen, wonach die neuen Düngemittel aus zurückgewonnenen Nährstoffen weiterhin die bereits bestehenden europäischen Mindestkriterien erfüllen sollen, die so -sogenannte ReNure-Kriterien in nitratempfindlichen Zonen. 

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