Die Regierung darf die abgeschöpften Mega-Gewinne der Energieunternehmen auch zur Subventionierung kleiner Unternehmer in der Landwirtschaft oder im Gewächshausbau verwenden. Die Europäische Kommission erklärt, dass die Regierungen der EU-Länder im Großen und Ganzen selbst bestimmen dürfen, wie viel sie für Unterstützung von Haushalten oder kleinen und mittelständischen Unternehmen bereitstellen.
Um diese gezielte Unterstützung großer Gasverbraucher zu ermöglichen, werden die europäischen Wettbewerbsregeln überarbeitet. Brüssel sagt, ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Lösungen. In letzter Zeit haben die meisten Kunstdüngerfabriken ihre Produktion bereits nahezu eingestellt, und auch immer mehr Unternehmer im niederländischen Gewächshausbau schrumpfen wegen der extrem hohen Gaspreise.
Klima-Kommissar Frans Timmermans und Energie-Kommissarin Kadri Simson stellten am Mittwoch in Straßburg ihren Vorschlag für ein EU-Energie-Notfallpaket vor. Das bedeutet, dass alle EU-Länder die Übergewinne ihrer Energieunternehmen umverteilen müssen.
Außerdem sollen die EU-Bürger mindestens fünf Prozent Energie einsparen. Darüber hinaus wird die EU den Umstieg auf erneuerbare Energien (mehr Sonnen- und Windenergie) beschleunigen.
Vizepräsident Timmermans wies bei einem Pressegespräch mit niederländischen Reportern am Rande in Straßburg darauf hin, dass die Niederländer beim Sparen von Strom- und Gasverbrauch in der EU bereits deutlich vorne liegen. Das Europäische Parlament unterstützt den Vorschlag, die Nutzung erneuerbarer Energien zu beschleunigen und den Energieverbrauch zu reduzieren.
Eine Mehrheit stimmte am Mittwoch dafür, den Anteil erneuerbarer Energiequellen zu erhöhen. Bis 2030 sollen 45 Prozent des Gesamtverbrauchs erneuerbar sein. Die Transportbranche soll mit Hilfe von Innovationen sechzehn Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen. Auch in der Industrie soll der nachhaltige Energieverbrauch jährlich steigen.
In letzter Zeit gab es viel Debatte über das Fällen von Bäumen für sogenannte Biomasse, was zur Entwaldung führt. Europarlamentarier haben deshalb Amendements angenommen, dass die meisten holzartigen Biomassebrennstoffe schrittweise nicht mehr als erneuerbare Energie zählen sollen.

