Der Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments stimmt im Wesentlichen dem Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Förderung des ökologischen Landbaus zu. Die meisten Abgeordneten des EP waren sich am Dienstag in ihrer monatlichen AGRI-Sitzung einig, dass mehr Bio-Landbau in den Green Deal und die Klimapolitik der EU passt.
Gleichzeitig betonten verschiedene EP-Mitglieder, dass zunächst ein größerer Absatzmarkt für biologische Produkte geschaffen werden müsse, bevor die Anbauflächen erweitert werden können. Andere Europaabgeordnete äußerten die Befürchtung, dass zu hohe Preise den Absatz behindern könnten.
Die Österreicherin Simone Schmiedtbauer (ÖVP) wird für das Parlament einen Initiativbericht zum Aktionsplan erstellen. Bis 2030 soll ein Viertel aller Anbauflächen in der EU biologisch bewirtschaftet werden. Derzeit sind es erst 8 %.
Schmiedtbauer sagte, die ökologische Produktion könne nur wachsen, wenn auch die Nachfrage steige. Sie verwies zudem auf das enorme Potenzial kurzer, regionaler und saisonaler Versorgungsketten. „Diese bringen ökologische und wirtschaftliche Vorteile für Bio-Bauern, ländliche Regionen und den Klimaschutz.“
Die Ernennung der österreichischen EP-Berichterstatterin für den Öko-Landbau fiel zusammen mit der Eröffnung der großen Bio-Jahrestagung in Österreich, das als eines der bio-freundlichsten EU-Länder gilt.
Die österreichische Ministerin Elisabet Köstinger sagte in ihrer Eröffnungsrede, der biologische Landbau sei „eine echte Erfolgsgeschichte“ der österreichischen Landwirtschaft. Es gibt derzeit etwa 24.500 Biobetriebe, das entspricht rund 23 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe. 26 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche werden biologisch bewirtschaftet. Der Bio-Landbau wird jährlich mit rund 500 Millionen Euro gefördert.

