Nach Angaben der Europäischen Kommission zahlen (amerikanische) Tech-Giganten derzeit im Durchschnitt etwa 9 Prozent Steuern, weniger als die Hälfte der 24 Prozent, die andere Unternehmen in der EU zahlen. Dieser große Unterschied führt laut Brüssel zu unfairem Wettbewerb und sorgt zudem dafür, dass der EU erhebliche Steuereinnahmen entgehen.
Fraktionsspezialisten betonen, dass große Technologieunternehmen wie Google, Meta und Amazon jährlich Milliarden Euro Umsatz in Europa erwirtschaften, während sie gleichzeitig wesentliche Infrastrukturen wie Strom- und Telekommunikationsnetze nutzen, die derzeit stark ausgebaut werden müssen.
Bereits 2018 schlug die Europäische Kommission eine digitale Dienstleistungssteuer von 3 Prozent auf die größten digitalen Unternehmen vor. Diese wurde jedoch auch nach acht Jahren noch nicht eingeführt, unter anderem aufgrund festgefahrener Verhandlungen auf OECD-Ebene über eine globale Steuerlösung.
Lara Wolters: „Die störrische und unzuverlässige Politik der Trump-Regierung bewirkt, dass Europa nicht länger auf globale Lösungen warten kann, die nicht kommen. Wenn die stärksten Schultern nicht mittragen, verliert am Ende unsere ganze Gesellschaft.“
„Für europäische Bürger und Unternehmen ist das Zahlen von Steuern selbstverständlich. Aber wenn die mächtigsten Tech-Unternehmen Milliarden verdienen, ohne fair beizutragen, berührt das etwas Grundlegendes: das Gefühl von Gerechtigkeit“, so Wolters vor der Anhörung im Europäischen Parlament.
Nach Ansicht der S&D-Politiker kann sich die EU nicht länger leisten, auf die globalen OECD-Verhandlungen zu warten. Die jüngsten internationalen Entwicklungen machen es äußerst unwahrscheinlich, dass die Verhandlungen über digitale Steuern zu einem fairen Ergebnis führen werden. Dies wird auch auf Grundlage einer aktuellen Untersuchung zu internationalen Steuerabkommen geschlossen, bei der die Vereinigten Staaten erneut eine Sonderstellung durchsetzen konnten.
Nach Ansicht von GroenLinks-PvdA bringt das Ausbleiben einer europäischen digitalen Steuer erhebliche Kosten für die europäische Steuerbasis, den Binnenmarkt und die Gesellschaft insgesamt mit sich. Im Rahmen der laufenden Verhandlungen zum mehrjährigen EU-Haushalt (MFR) fordert GroenLinks-PvdA die Europäische Kommission auf, eine solche neue europäische BigTech-Steuer so schnell wie möglich einzuführen.
Die Meldung Appell im Europaparlament für höhere Digitax für amerikanische BigTech erschien zuerst auf IEDE NEWS.

