Bereits Anfang dieses Jahres haben die Landwirtschaftsminister mehrerer EU-Länder, darunter Niederlande, einen dringenden Aufruf veröffentlicht, die Pelzzucht in der gesamten EU zu beenden. Sie betonten die ethischen und Umweltaspekte der Pelzindustrie und forderten eine Beschleunigung der Bemühungen, diese Praxis zu stoppen.
Bei der Vorstellung der Petitions-Ergebnisse in Brüssel war kein einziger EU-Kommissar anwesend, was den Unmut mehrerer EU-Parlamentarier wie der Niederländerin Anja Hazekamp (Partei für die Tiere) hervorrief. „Die Bürgerinitiative ist die einzige Form direkter Demokratie, die die EU kennt, doch die Europäische Kommission scheint weder das Instrument noch das Tierwohl ernst zu nehmen.“
Die ‚Fur Free Europe‘-Kampagne erhielt nicht nur Unterstützung von EU-Bürgern, sondern hinterließ auch Eindruck beim Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA), der die Anstrengungen der Kampagne lobte. Der EWSA, als ein EU-Beratungsgremium, hat die Kampagne ermutigt und als wichtigen Beitrag zur Debatte über Tierschutz in Europa anerkannt.
Kritiker weisen darauf hin, dass die Pelzindustrie auch ein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellt. Tiere wie Nerze sind empfänglich für Viren, darunter das COVID-19-Virus. Es hat sich gezeigt, dass in der Pelzindustrie rasch Mutationen entstehen können, die auch eine Gefahr für den Menschen darstellen.
Hazekamp betonte, dass sowohl ein europaweites Produktionsverbot als auch ein Importverbot notwendig sind. Europäische Entscheidungsträger sind in dieser Frage noch gespalten. Einige Länder haben bereits Schritte unternommen, um die Pelzzucht zu verbieten, während andere aufgrund wirtschaftlicher Interessen und Beschäftigung in der Pelzindustrie zögern.
Es ist noch unklar, ob die Verschiebung verschiedener Tierschutzgesetze Auswirkungen auf das bereits von den Landwirtschaftsministern befürwortete Pelzverbot haben wird. In der kommenden Woche wird die Partei für die Tiere die Bürgerinitiative im Plenardebatt im Europäischen Parlament in Straßburg dennoch bei der Europäischen Kommission zur Sprache bringen.

