Die Europawahlen sollen ab 2024 nicht mehr über vier Tage verteilt stattfinden, sondern an einem festen Tag: am 9. Mai. Das hat das Europäische Parlament vorgeschlagen.
Außerdem möchte das Parlament, dass die Wähler zwei Stimmen abgeben dürfen: eine für einen nationalen Kandidaten und eine für einen Kandidaten aus einem anderen EU-Land. Die EU-Politiker wollen auch erneut ein System mit paneuropäischen Spitzenkandidaten prüfen.
Damit könnten eine begrenzte Anzahl von Europaabgeordneten (28) direkt von allen EU-Bürgern gewählt werden. Derzeit können Europaabgeordnete nur über nationale Listen gewählt werden. Mit diesen transnationalen Listen hofft das EP, mehr paneuropäische Wahlen zu ermöglichen.
Zusätzlich werden am Montag, dem 9. Mai („Europatag“), auch die Vorschläge der „Konferenz zur Zukunft Europas“ präsentiert, die viele Empfehlungen zur Stärkung der europäischen Demokratie enthalten.
Bei den letzten Wahlen 2019 wurde aus einigen Ländern keine einzige Frau ins Europaparlament gewählt. Deshalb will das Europaparlament ein verpflichtendes „Reißverschluss-System“ einführen, bei dem Männer und Frauen auf den Wahllisten abwechselnd aufgeführt sind.
Eine weitere Idee ist die Einführung von Quoten, sodass auch die Rechte nicht-binärer Personen respektiert werden. Außerdem soll die Briefwahl ermöglicht werden. Das Parlament möchte auch, dass sich Achtzehnjährige in allen Mitgliedstaaten zur Wahl stellen können.
Europäische Wahllisten verkleinern die Kluft zwischen Wählern und europäischen Institutionen, so heißt es. Die Wähler können dann direkt für Kandidaten stimmen, die für den Vorsitz der Europäischen Kommission kandidieren.
Die niederländischen Parteien SGP und CU halten es für einen schlechten Plan, am Himmelfahrtstag 2024 zu wählen. Im Bericht wird vorgeschlagen, die kommenden Wahlen am Donnerstag, dem 9. Mai, abzuhalten, dem Datum, das als „Europatag“ bezeichnet wird.

