Das Europäische Parlament wird die Verbesserung der Biodiversität nicht nur in der Landwirtschaft und der Natur in den EU-Ländern fördern, sondern diese auch in internationale Handelsabkommen und die Entwicklungszusammenarbeit aufnehmen.
Am Mittwoch stimmte das Europaparlament einem Bericht zu, der den Naturschutz und die Biodiversität in allen internationalen Politiken der EU stärker in den Mittelpunkt stellen will.
Das Europäische Parlament fordert nicht nur mehr Gelder für die Biodiversität, sondern verlangt auch Maßnahmen von der Wirtschaft, ob durch europäische Gesetzgebung erzwungen oder freiwillig. Zudem müssen schädliche internationale Subventionen abgeschafft werden. In Sektoren wie Landwirtschaft, Fischerei, Energie und Handel soll die Biodiversität laut Bericht stets berücksichtigt werden.
Der niederländische Europaabgeordnete Bas Eickhout (GrünenLinks) sieht in der Haltung der EU ein wichtiges Signal im Vorfeld des UN-Biodiversitätsgipfels, der nächste Woche beginnt. „Auf globaler Ebene müssen klare Vereinbarungen getroffen werden, um den Verlust an Biodiversität zu stoppen. Die EU sollte nicht nur Ziele setzen, sondern diese auch in allen Teilen der europäischen Politik umsetzen. Hier gibt es noch viel zu tun.“
„Der Rückgang der Biodiversität hat Auswirkungen auf fast alle nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Man denke nur an die Bedeutung der Biodiversität für die Landwirtschaft oder die Wasserqualität, aber auch umgekehrt.
Die Biodiversität steht dieses Jahr hoch auf der europäischen Agenda. So wurde im Juli die europäische Waldstrategie vorgestellt und die Europäische Kommission wird Ende des Jahres Vorschläge zur Bekämpfung der Entwaldung in Lieferketten sowie bindende Wiederherstellungsziele für Ökosysteme in der EU präsentieren.
Nächste Woche beginnt der UN-Gipfel COP15 in Kunming, China – allerdings vollständig online. Im April und Mai nächsten Jahres wird der Gipfel in China fortgesetzt, wahrscheinlich in Anwesenheit von Dutzenden Regierungschefs. Dieser Gipfel soll für die Biodiversität der „Pariser Moment“ werden.

