Die Anhörungen werden von der EnviHoekstra am 2. Oktober teilnehmen, während die Ausschüsse Industrie, Verkehr und Landwirtschaft an der Anhörung von Šefčovič am 3. Oktober beteiligt sein werden.
Der Christdemokrat Hoekstra wurde von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Kommissar für das Ressort Klima vorgeschlagen. Der niederländische Politiker war in den vergangenen zwei Jahren Vizepremier und Außenminister, zuvor fünf Jahre Finanzminister.
Der Sozialdemokrat Šefčovič, der derzeit Erster Vizepräsident der Kommission ist, soll die Verantwortung für den europäischen Green Deal übernehmen, neben seinen bisherigen Aufgaben im Bereich der interinstitutionellen Beziehungen und Weitblick. Die Umverteilung erfolgt nach dem Rücktritt von Frans Timmermans, der sich für die niederländischen Parlamentswahlen im November zur Wahl stellt.
Die Ernennung Hoekstras zum neuen EU-Kommissar für Klimaschutz stößt nicht nur in Niederlande auf Widerstand, da er in den vergangenen Jahren kein grünes oder umweltfreundliches Profil aufgebaut hat. Auch im Europäischen Parlament gibt es Stimmen, die argumentieren, dass er als ehemaliger Führungskraft von Shell und McKinsey nicht gerade als Klimafreund gilt.
Aus vorab eingereichten schriftlichen Fragen wird bereits deutlich, dass insbesondere die Grünen, Vereinigte Linke und die S&D-Sozialdemokraten Hoekstra intensiv befragen werden, nicht nur zu seiner Klimavisie, sondern auch zu Biodiversität, Erderwärmung und der Reduktion von Treibhausgasen.
Um die Anhörung erfolgreich zu bestehen, benötigt Hoekstra die Unterstützung einer Zweidrittelmehrheit des organisierenden Envi-Ausschusses. Sollten mehrere Fraktionsführer sich enthalten, könnte ggf. eine Anschlussanhörung stattfinden.
Nach der aktuellen Planung stimmt das gesamte Europäische Parlament am Donnerstag, den 5. Oktober, über die Ernennungen und Aufgabenpakete von Hoekstra und Šefčovič ab. Für die Vorschläge von Von der Leyen reicht eine einfache Mehrheit aus. Das Europaparlament kann einen Vorschlag nicht ablehnen, sondern nur – im Notfall – die gesamte Kommission entlassen.

