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EU-Berichterstatter Huitema: nicht weniger, sondern andere Pflanzenschutzmittel

Iede de VriesIede de Vries
Der Europaabgeordnete Jan Huitema (VVD) gehört im kommenden Jahr zu den sieben „Berichterstattern“, die mit den europäischen Kommissaren und den 27 Landwirtschaftsministern über die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln verhandeln werden. Die Verringerung chemischer Mittel in der Land- und Gartenwirtschaft ist eines der Kernpunkte von ‚Vom Hof zum Tisch‘, das Teil der Klimapläne im Rahmen des Green Deal ist.
EP-Plenarsitzung – Abstimmungssitzung

 Huitema sitzt als Vertreter der europäischen Liberalen in dieser Verhandlungsdelegation des ENVI-Umweltausschusses, vor allem weil er auch (stellvertretendes) Mitglied im AGRI-Landwirtschaftsausschuss ist. Zudem hat er sich in den letzten Jahren stark für den niederländischen Plan eingesetzt, tierische Gülle so umzugestalten, dass sie sauberer und umweltfreundlicher ist als viele der derzeitigen Düngemittel.

 Huitema (38) ist seit 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments. In der vorherigen Legislaturperiode war er Mitglied des Landwirtschaftsausschusses, wechselte jedoch 2019 gezielt in den Umweltausschuss. „Ich sah voraus, dass viele landwirtschaftliche Fragen eine immer größere Umweltwirkung haben würden und dass dies nicht mehr mit traditionellen landwirtschaftlichen Methoden gelöst werden kann. Ich sehe auch, dass sich das Spannungsfeld und die Polarisierung um ‚weniger Pestizide‘ ebenfalls in der Landwirtschaft zeigen“, so Huitema.

 Das Team der sieben Fraktionsberichterstatter des Umweltausschusses steht unter der Leitung der Österreicherin Sara Wiener (Grüne). In den vergangenen Jahren hat dieser ENVI-Ausschuss mehrere wichtige Dossiers vom AGRI-Landwirtschaftsausschuss „übernommen“. Diese Verschiebung ist eine direkte Folge davon, dass Vizepräsident Frans Timmermans „Klima“ zum Hauptziel und Vorzeigeprojekt der Kommission Von der Leyen machte. Green Deal, Vom Hof zum Tisch, Biodiversität und weniger Umweltverschmutzung sind direkte Folgen davon.

 Huitema weist darauf hin, dass der Agrarsektor selbst den Einsatz von Mitteln ebenfalls reduzieren möchte. „Bauern kaufen diese Mittel ganz bestimmt nicht zum Vergnügen. Gerade in letzter Zeit, jetzt wo sie immer teurer werden. Sie verwenden solche Mittel, weil sie das Risiko einer Missernte vermeiden wollen. Und weil es immer noch keine Alternativen gibt…“

 Das Fehlen von Alternativen will Huitema in den Verhandlungen zu einem Schwerpunkt machen. „Ich glaube, wir können viele Zauderer auf unsere Seite ziehen, wenn der europäische Schwerpunkt nicht länger ‚Verringerung‘ lautet, sondern ‚Ersetzung‘. Also: Unser Ziel wird, die Hälfte aller chemischen Mittel durch umweltfreundliche und natürliche Mittel zu ersetzen.“ 

 „Und dann müssen wir natürlich auch gemeinsam mit den Landwirtschaftsministern dafür sorgen, dass EFSA und andere EU-Institutionen die Zulassung neuer Mittel schneller bearbeiten. Denn momentan sagen die EU-Politiker, dass der Einsatz von chemischem Dünger um die Hälfte reduziert werden soll, während die EU-Institutionen erklären, sie hätten weder Budget noch Personal, um eine Lösung umzusetzen. So kann das natürlich nicht funktionieren“, so Huitema.

 Neben diesen „Ersetzungen“ möchte Huitema auch mit den Kommissaren Kyriakides (Pflanzenschutz), Timmermans (Klima), Sinkevicius (Umwelt) und Wojciechowski (Landwirtschaft) verbindliche Vereinbarungen zur Entwicklung neuer Züchtungstechniken treffen. 

 Wenn keine Einigung über die Wiederherstellung von Natur und Biodiversität sowie über die Begrenzung des Einsatzes von Mitteln durch die Landwirtschaft erzielt wird, wird die gesamte Angelegenheit, wie schon 2018, über die Europawahlen (im Frühjahr 2024) hinausgeschoben.

Tags:
Umwelt

Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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