Die Europäische Union versucht, Diesel-Kraftstoff an ukrainische Bauern zu liefern, vermutlich über Polen. In den kommenden Wochen müssen sie das Wintergetreide aussäen, kämpfen jedoch mit einem erheblichen Treibstoffmangel. Im Krieg gegen die Russen haben sie einen großen Teil ihres Diesels an die Panzer und Lastwagen der ukrainischen Armee geliefert.
Die mögliche Diesel-Lieferung Europas ist laut Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski eine von vielen Maßnahmen, die die EU gegen den russischen Krieg ergreift. Wojciechowski erläuterte am Donnerstagmorgen im Agrarausschuss das Agri
Das agrarische Paket besteht mindestens aus vier Hauptelementen: einer Marktintervention in der Schweineindustrie, der Öffnung der GLB-Krisenreserve von 500 Millionen Euro mit einer Hinterlegung zur Verdreifachung, der Zulassung der landwirtschaftlichen Nutzung von brachliegenden Bio-Streifen und der Zulassung staatlicher Beihilfen nationaler Regierungen für ihre Bauern.
Wojciechowski sagte, dass das gesamte Paket zunächst am kommenden Montag mit den 27 Landwirtschaftsministern besprochen wird und am nächsten Mittwoch offiziell in Brüssel vorgestellt wird.
Aus den ersten Reaktionen im Agrarausschuss zeigte sich, dass viele Europaabgeordnete sich noch lange nicht einig darüber sind, was genau getan werden soll. Das frühere Plädoyer von Klimakommissar Frans Timmermans, die Bauern zu bitten, doppelt so viel Biogas zu produzieren, wird sowohl begrüßt als auch abgelehnt. Sie könnten dafür die zusätzliche Fläche der Bio-Streifen nutzen.
Mehrere EU-Politiker sagen, die Landwirtschaft könne diese zusätzliche Fläche besser nutzen, um mehr Mais für Tierfutter zu produzieren. Andere plädierten dafür, diese Fläche für die Produktion von zusätzlichem Getreide für afrikanische Länder einzusetzen: nicht für Tiere, sondern für Menschen.
Die niederländischen Europaabgeordneten im Agrarausschuss drängten erneut darauf, die EU-Regeln für „Kunstdünger“ zu lockern, sodass auch mehr organischer (tierischer) Dünger verwendet werden darf. Bekannt ist, dass auch der niederländische Minister Staghouwer der Meinung ist, dass mehr tierischer Kunstdünger genutzt werden kann.
Die Vorschriften der europäischen Nitratrichtlinie sollen daher laut dem Minister gelockert werden. Er setzt dies auf die Agenda der Sitzung der europäischen Landwirtschaftsminister nächste Woche.

