Das Europäische Parlament darf einen Bericht über gewaltsames Vorgehen der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex zwar einsehen, aber nicht öffentlich machen. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) hat kürzlich einen vernichtenden Bericht über Frontex erstellt. Dieser Bericht führte im Mai zum Rücktritt des damaligen Frontex-Direktors Fabrice Leggeri.
Frontex (Abkürzung des französischen Frontières extérieures, „Außengrenzen“) wird wegen seines Vorgehens gegen Migranten kritisiert, die ohne gültige Dokumente nach Europa gelangen wollen. Bereits 2011 bezeichnete Human Rights Watch Frontex als mitschuldig an Menschenrechtsverletzungen. Frontex übergab Migranten an der griechisch-türkischen Grenze an griechische Behörden, die sie in überfüllte Haftzentren brachten.
Seit Beginn der Corona-Krise hat das gewaltsame Zurückdrängen von Migranten mindestens 2000 Menschen das Leben gekostet, berichtet The Guardian. Insgesamt wurden mindestens 40.000 Migranten an der europäischen Grenze zurückgedrängt, oft mit Gewalt. Frontex unterstützt die EU-Länder bei solchen sogenannten „Pushbacks“.

