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Europaparlament: EU-Staaten müssen Kinder aus Lagern zurückholen

Iede de VriesIede de Vries
Foto von Siddhant Soni auf UnsplashFoto: Unsplash

Die EU-Staaten müssen Kinder mit ihrer Staatsangehörigkeit aus den Lagern in Nordostsyrien zurückholen. Eine große Mehrheit des Europäischen Parlaments (495 zu 58) forderte am Mittwoch die 28 Mitgliedsstaaten dazu auf.

Die Europäische Union sollte bei einer solchen massenhaften Rückholung eine koordinierende Rolle übernehmen. Der Aufruf ist Teil einer nicht-bindenden Resolution zum Anlass des dreißigsten Jahrestags des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes.

Die belgische Europaabgeordnete Saskia Bricmont (Europäische Grüne) kritisierte das fehlende Handeln der EU-Staaten. Ihrer Aussage nach befinden sich einige hundert europäische „Dschihadistenkinder“, von denen die meisten jünger als 5 Jahre sind, unter erbärmlichen Bedingungen in Gefangenenlagern im Nordosten Syriens. In einigen Fällen werden sogar Hilfsorganisationen, die Kinder repatriieren möchten, von ihrer Regierung behindert.

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In Syrien und Irak befinden sich etwa 1400 IS-Kinder, von denen mindestens ein Elternteil EU-Bürger ist, sagte EU-Kommissar Julian King (Sicherheit) kürzlich. Er begrüßte die Entscheidung einiger Mitgliedstaaten, Kinder zurückzuholen, und wies darauf hin, dass die Europäische Kommission unterstützend tätig sein kann.

Die niederländische Regierung will aufgrund der Risiken bisher keine Kinder von IS-Kämpfern zurückholen, ist darüber jedoch intern gespalten. Ein Gericht hat die Niederlande dazu nicht verpflichtet, doch in der Regierungskoalition in Den Haag mehren sich die Stimmen, dass dennoch etwas unternommen werden muss…

Der niederländischen Nachrichtendienst zufolge befinden sich 90 Kinder mit niederländischer Herkunft in syrisch-kurdischen Lagern. In einigen Fällen hat die Regierung in Den Haag die niederländische Staatsangehörigkeit entzogen, wenn diese Erwachsenen noch eine zweite Staatsangehörigkeit besitzen.

Niederlande wollen auch die IS-Kämpfer nicht zurücknehmen, um sie gegebenenfalls in den Niederlanden wegen ihrer eventuellen Kriegsverbrechen zu bestrafen. Die Niederlande sind der Ansicht, dass diese Kämpfer in dem Land verurteilt werden sollten, in dem sie ihren bewaffneten Kampf führten, also in Irak oder Syrien.

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Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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