Das Europaparlament fordert Maßnahmen zur Beseitigung der Lohnlücke bei berufstätigen Frauen sowie zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt gegen Frauen. Zudem soll in allen EU-Ländern das Recht auf Abtreibung gewährleistet werden.
Innerhalb der EU ist die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt enorm. Wenn es so weitergeht, dauert es sechzig Jahre, bis vollständige Geschlechtergleichstellung erreicht ist. In der EU haben Frauen eine Lohnlücke von 14,1 Prozent und eine Rentenlücke von 29,5 Prozent. Zudem sind die Arbeitsbedingungen oft deutlich schlechter.
Unternehmen, die sich nicht an das Arbeitsrecht halten, müssen bestraft werden, so das Parlament, das außerdem fordert, dass Unternehmen offenlegen, wie hoch ihre Gehälter sind. Unabhängig davon können die EU-Länder selbst noch viel tun. Das Europaparlament ruft die Länder dazu auf, Mutterschafts- und Vaterschaftsrechte weiter zu unterstützen, indem die Urlaubszeiten verlängert werden.
Sie müssen außerdem gewährleisten, dass Eltern während ihres Urlaubs gleiches und volles Gehalt weiterbezahlt wird. Das Parlament möchte flexible Arbeitsregelungen nach Beendigung eines Urlaubs sowie mehr Investitionen in eine gute und lokale Kinderbetreuung. Weiterhin wollen die Europaabgeordneten Gewalt gegen Frauen abschaffen. Die Mitgliedstaaten müssen Maßnahmen ergreifen, die sicherstellen, dass Täter gefasst und strafrechtlich verfolgt werden.
Im Istanbul-Abkommen sind Frauenrechte geregelt. Das Parlament fordert Bulgarien, Lettland, Litauen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei auf, dieses Abkommen zu ratifizieren. Die Europaabgeordneten betonen außerdem, dass Abtreibung ein Grundrecht ist und in der EU nicht eingeschränkt werden darf. In Polen ist dies derzeit jedoch der Fall.
Die PvdA im Europaparlament zeigt sich positiv gegenüber dem Bericht. Laut PvdA-Europaabgeordneter Vera Tax gibt es noch viel zu tun. Tax betont, dass „konservative Kräfte“ in Polen das Recht auf Abtreibung untergraben wollen. „Wir werden uns weiterhin dagegen wehren, und ich freue mich über die Gesetze, die die EU kurzfristig für Online-Gewalt und für gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit schaffen wird.“

