Der Haushaltsausschuss des Europäischen Parlaments und die EU-Finanzminister haben in den letzten drei Wochen keine Einigung über das Haushaltsprogramm der Europäischen Kommission erzielt. Wenn sie sich nicht spätestens am Montagabend einigen, müssen die EU-Kommissare einen neuen Haushalt vorlegen.
Die Europaabgeordneten lehnen die von den Ministern vorgenommene Kürzung (1,43 Milliarden Euro) der Kommissionspläne ab. Darüber hinaus fordern die Politiker zusätzliches Geld für Pandemiekontrolle und Investitionen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit.
Die Unterstützung für Jugendliche bleibt auch für das Europäische Parlament eine Höchstpriorität: Erasmus+ wurde um 137 Millionen Euro erhöht, was weiteren 40.000 Bildungsaustauschen entspricht, sowie 700 Millionen Euro zusätzlich zur Umsetzung der europäischen Kindergrundsicherung.
Die Abgeordneten des EU-Parlaments haben die Finanzierung für humanitäre Hilfe um 20 % erhöht und dem Fonds für Asyl, Migration und Integration ein zusätzliches Budget bereitgestellt, insbesondere aufgrund der Situation in Afghanistan. Im Bereich Sicherheit und Verteidigung haben die Mitglieder des Europäischen Parlaments die entsprechenden Haushaltsposten um mehr als 80 Millionen Euro aufgestockt.
Eine Entschließung des Haushaltsausschusses wurde mit 521 Stimmen bei 88 Gegenstimmen und 84 Enthaltungen angenommen. Mit dieser Abstimmung hat das Parlament das Kreditniveau für 2022 auf 171,8 Milliarden Euro festgelegt, was einer Erhöhung um 2,7 Milliarden Euro im Vergleich zum von der Kommission vorgelegten Haushaltsentwurf entspricht.

