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Europarlament stimmt EU-Haushalt zu und stoppt Beitrittshilfen für die Türkei

Iede de VriesIede de Vries

Das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und die Finanzminister haben sich in Brüssel weitgehend auf den mehrjährigen EU-Haushalt von 2021 bis 2027 geeinigt.

Eine breite Mehrheit des Europaparlaments stimmt zu, da die EU-Regierungen nun 16 Milliarden Euro zusätzlich für einige „Zukunftsprojekte“ bereitstellen wollen und weil die EU-Länder ein Bußgeldsystem für unkooperative Mitgliedstaaten einführen.

Ein Durchbruch ist die Zustimmung der EU-Länder, der Europäischen Union selbst direkt Steuern auferlegen und eintreiben zu lassen. Das war jahrzehntelang ein Tabu. Künftig darf Brüssel eine CO2-Einfuhrabgabe auf umweltschädliche Produkte, auf Plastikverpackungen und wahrscheinlich auch auf in Europa erwirtschaftete Gewinne globaler Internetunternehmen erheben.

Die Details werden in den kommenden drei Wochen von Delegationen des Europaparlaments, der Kommission und des Ministerrats ausgehandelt. Nach der endgültigen Zustimmung im Dezember wird dieser mehrjährige Haushalt mit insgesamt 1,8 Billionen Euro das größte Finanzpaket sein, das jemals aus dem EU-Haushalt finanziert wurde.

Die PvdA-Europadelegation erklärt in einer ersten Reaktion, dass wichtige Schritte unternommen wurden, insbesondere zum "Rechtsstaatsmechanismus", also dem Bußgeldsystem in den Förderbedingungen. Die PvdA-Europadelegationsleiterin Agnes Jongerius sagte dazu: „Länder, die die Werte der Europäischen Union untergraben, werden bei ihren EU-Subventionen gekürzt. Man kann nicht ohne Folgen an der Unabhängigkeit der Justiz rütteln oder europäisches Steuergeld missbrauchen.“

Die PvdA bezeichnet es auch als ermutigend, dass 30 Prozent des Haushalts an die Klimaziele gekoppelt sind, was der Grünen Vereinbarung (Green Deal) des niederländischen EU-Kommissars Frans Timmermans zugutekommt.

1,8 Billionen Euro sind die Gesamtausgaben für die nächsten sieben Jahre. Dreißig Prozent davon, etwa 600 Milliarden Euro, sollen für Klimaziele verwendet werden. Bisher haben zentristisch-rechte Fraktionen im Europaparlament Vorbehalte gegen Nachhaltigkeitsanforderungen.

In einem neuen Bericht zur Finanzierung des „European Green Deal“ zeigt der niederländische PvdA-Europaabgeordnete Paul Tang, dass die Finanzierung des umfangreichen Green Deals durchaus möglich ist: „Nenne nichts unmöglich, wenn du einfach noch nicht nach den Möglichkeiten gesucht hast. In diesem Bericht haben wir das getan und viele Wege gefunden, die Transformation zu einer nachhaltigen Zukunft zu finanzieren. Unsere Vorschläge schlagen eine Brücke zwischen Ambition und Realität.“

„Wir müssen auch aufhören, mit offenem Wasser zu wischen. In eine soziale und nachhaltige Zukunft zu investieren bedeutet auch, Ausgaben zu stoppen, die Mensch und Umwelt schaden. Also keine Subventionen mehr für fossile Brennstoffe und keine staatlichen Beihilfen für Unternehmen, die ihre Beschäftigten als Teil ihres Geschäftsmodells ausbeuten.“

Der niederländische Europaabgeordnete Peter van Dalen (ChristenUnie) hat sich bei der Abstimmung über den Haushalt für das kommende Jahr 2021 enthalten. Eine Erhöhung aller Budgets für das nächste Jahr sei seiner Meinung nach in dieser Zeit nicht akzeptabel. Im Haushalt sieht Van Dalen durchaus gute Elemente.

Besonders erfreut ist Van Dalen darüber, dass die sogenannten Beitrittsmittel für Türkei eingestellt werden. 2021 fließt kein EU-Geld mehr an die türkische Regierung oder andere staatliche Stellen zur Vorbereitung des türkischen Beitritts. Nur einige unabhängige Organisationen in der Türkei, die sich für den Rechtsstaat einsetzen, erhalten weiterhin EU-Gelder. Van Dalen stellt fest, dass mit diesem Schritt die mögliche Aufnahme der Türkei in die EU finanziell gestoppt wurde.

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Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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