Die EU-Botschafter haben sich nun auf einen neuen Kompromiss geeignet, wonach noch weniger ukrainische Waren zollfrei in die EU importiert werden dürfen. Dies ist wahrscheinlich ein Nachteil für die ukrainische Landwirtschaft. Betroffen sind unter anderem Eier, Geflügel, Zucker und Mais.
Für eine weitere Verschärfung der Anforderungen ist zudem eine Mehrheit im Europäischen Parlament erforderlich. Darüber könnte in der letzten Plenarwoche am 22. April abgestimmt werden, bevor Straßburg für den Wahlkampf in die Sitzungsferien geht.
Nach Angaben der Ukraine hat der Getreideexport aus der Ukraine in EU-Länder inzwischen wieder das Niveau von vor 2022 erreicht. Bereits seit fast einem Jahr liefert die Ukraine kein Weizen, Sonnenblumen, Mais und Raps mehr über die Nachbarländer, und der Großteil des Agrarexports wird wieder über das Schwarze Meer abgewickelt.
Die ukrainischen Streitkräfte sind es in den letzten Monaten gelungen, die russische Marine aus dem westlichen Teil des Schwarzen Meeres zu vertreiben. Dabei wurden sogar zwei große russische Schiffe auf offener See torpediert und versenkt. Auch russische Marineschiffe wurden in Häfen auf der von Russland annektierten Krim angegriffen.
Während des Agrarrates bemerkte der ukrainische Minister Mykola Solsky, dass seit Jahresbeginn etwa 12 Millionen Tonnen der 17 Millionen Tonnen Agrarexport über die Häfen von Odessa aus dem Land transportiert wurden, fast 3 Millionen Tonnen über die Donau durch das Nachbarland Rumänien und nur 2 Millionen Tonnen auf dem Landweg, hauptsächlich per Bahn, über angrenzende EU-Länder.
„Wir transportieren in einem Monat über Polen genauso viel, wie wir an einem einzigen Tag über unsere Seehäfen exportieren. Zudem sind die Exportkosten über See viel günstiger und wettbewerbsfähiger als der Transport über Land“, fügte Solsky hinzu. Er betonte, dass ukrainische Agrarprodukte auf den EU-Märkten kaum negative Auswirkungen hätten.
Polen hofft, dass es nicht notwendig sein wird, den Transit von Agrarprodukten aus der Ukraine zu stoppen. Dies sagte der polnische Landwirtschaftsminister Czeslaw Sekerski Journalisten in Brüssel. Er äußerte sich nicht dazu, ob Polen nun ein Ende der Blockaden polnischer Bauern an den ukrainischen Grenzübergängen herbeiführen wird.

