Der niederländische VVD-Europaabgeordnete Jan Huitema wurde von der liberalen Renew-Fraktion zum Vorsitzenden einer Arbeitsgruppe ernannt, die eine Position zur Zulassung neuer Züchtungstechniken formulieren soll.
Gestern einigte sich die liberale Fraktion im Europäischen Parlament auf eine gemeinsame Position zu diesem Thema. Renew Europe fordert die Europäische Kommission auf, einen separaten Gesetzesvorschlag zur Zulassung neuer GVO-Techniken vorzulegen. Laut Huitema ist dies historisch, da es erstmals den Anschein hat, dass eine politische Mehrheit besteht, diese Techniken in der EU voranzubringen.
Die Entwicklungen in der Biotechnologie schreiten derzeit sehr schnell voran. Damit können Züchter von Nutzpflanzen schneller und gezielter Sorten entwickeln, die mit deutlich weniger Pflanzenschutzmitteln angebaut werden können.
Als „Neue genomische Techniken“ (NGT) bezeichnet, werden diese neuen Techniken von EU-Forschern definiert als „Techniken, die das genetische Material eines Organismus verändern können und die seit 2001 entstanden oder hauptsächlich entwickelt wurden“.
Beispiele für diese Techniken sind unter anderem die site-spezifische Nuklease-Technologie (SDN), Oligonukleotid-gesteuerte Mutagenese (ODM), RNA-abhängige DNA-Methylierung (RdDm), Cisgenese, Intragenese, das Pfropfen auf gentechnisch veränderte Unterlagen und Reverse Züchtung.
Derzeit fallen solche neuen Techniken noch unter die EU-Gesetzgebung für genetisch veränderte Organismen (GVO) aus dem Jahr 2001. Aufgrund dieser „veralteten“ Zulassungskriterien kann das Potenzial neuer Techniken laut landwirtschaftlichen Unternehmern nicht voll ausgeschöpft werden.
Huitema zeigte sich sehr erfreut darüber, dass Renew Europe eine positive Haltung zu neuen Züchtungstechniken einnimmt. „Durch die Unterstützung meiner liberalen Fraktion scheint es nun eine Mehrheit für ein europäisches Gesetz für neue Züchtungstechniken zu geben, getrennt von der bestehenden GVO-Gesetzgebung. Damit rückt der Einsatz dieser Biotechnologie für Züchter in greifbare Nähe. Ein wichtiger Schritt für die EU“, so Huitema.

