Der EU-Kommissar Janusz Wojciechowski möchte die Zulassung neuer Mittel an Vereinbarungen über eine geringere Verwendung knüpfen, die in einem „Nährstoffmanagementplan“ festgeschrieben werden sollen. Brüssel hält es für problematisch, dass in wasserreichen Gebieten noch zu viel Nitrat in Boden- und Trinkwasser gelangt.
Die drei Niederländer im Landwirtschaftsausschuss Ruissen (SGP), Schreijer-Pierik (CDA) und Huitema (VVD) hatten Anfang dieser Woche erneut auf eine Zulassung gedrängt. Niederlande haben einen Düngemittelüberschuss. Dieser nimmt nur zu, wenn ab dem kommenden Jahr die „Derogation“ wegfällt.
Bert-Jan Ruissen (SGP) zeigte sich tief enttäuscht über die erneute Verschiebung. Sein VVD-Kollege Jan Huitema spricht von einer „toten Ente“. Ruissen nutzte am Mittwochabend sofort die Plenarsitzung des Europäischen Parlaments für einen Hilferuf. Außerhalb der regulären Tagesordnung erhielt er kurze Redezeit, um auf die enttäuschende Bekanntmachung der Kommission zu reagieren.
Ruissen rief die EU-Kommission auf, den Kunstdüngerersatzstoffen eine echte Chance zu geben. „Sie suchen Kunstdünger im Oman, Turkmenistan und Katar, während ein wichtiger Teil der Lösung direkt hier in der EU vorhanden ist: Nährstoffe aus Tierdung, die wir selbst verarbeiten, können zu qualitativ hochwertigen, erneuerbaren Düngemitteln werden.
Es ist eine Lösung, die die Kommission erneut vollständig ungenutzt lässt. Ich weiß eines: Wenn die Kommission an allerlei Bedingungen festhält, werden Kunstdüngerersatzstoffe in großen Teilen der EU nicht zum Durchbruch kommen“, so Ruissen.

