Eine EU-Quelle sagte gegenüber The Brussels Times, dass die EU-Länder noch uneinig über den Vorschlag seien. Einige Länder lehnen ihn ab oder äußerten Zweifel an der zahlenmäßigen Grundlage. Laut einer aktuellen Datenanalyse gibt es inzwischen mehr als 20.000 Wölfe in 23 EU-Ländern, und ihre Rudel wachsen und besetzen größere Gebiete, so der Bericht.
Der Schutzstatus des Wolfes (und anderer großer wildlebender Tiere wie Luchs und Braunbär) ist im 1979 abgeschlossenen Berner Abkommen festgelegt. Gemäß der Berner Konvention und der darauf basierenden EU-Habitatrichtlinie von 1992 genießen Wölfe „strengen Schutz“, mit begrenzten Ausnahmemöglichkeiten.
Die Konzentration von Wolfsrudeln ist in einigen europäischen Regionen zu einer Gefahr für das Viehbestand geworden, so die Europäische Kommission. Präsidentin Ursula von der Leyen und Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski haben die Umweltminister gebeten, das Verfahren zur Überarbeitung der Abkommen einzuleiten.
Da die vorbereitende Arbeitsgruppe jedoch erst am 4. April wieder tagt, wird ihr Antrag mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bereits am 25. März auf der Envi-Umwelt-Tagesordnung stehen.
Brüssel möchte über die EU-Länder erreichen, dass Wölfe nicht länger „streng geschützt“, sondern einfach „geschützt“ werden. Am Berner Abkommen sind auch eine Reihe von Nicht-EU-Ländern beteiligt. Es ist fraglich, ob diese ebenfalls eine Wiederaufnahme der Wolfsjagd erlauben möchten. Darüber wird erst Ende dieses Jahres in der Konvention verhandelt.
In dem vorgesehenen Verfahren ist außerdem keine Rolle für das Europäische Parlament vorgesehen. Letzte Woche hat der Europaabgeordnete Bert-Jan Ruissen (SGP) in Straßburg auf eine zügige Bearbeitung der Angelegenheit gedrängt. Außerdem bat er die Europäische Kommission, die EU-Länder auf Verfahren hinzuweisen, um in streng definierten Ausnahmen bereits jetzt „Problemwölfe“ abschießen zu dürfen.

